
»Er ist hier gewesen«, sagte Poirot mit ruhiger Stimme. »Ist er wieder fortgelaufen?« fragte der Aufseher etwas bekümmert. »Er ist tot.«
Der Mann zeigte sichtliche Erleichterung bei dieser Erklärung. »Was Sie nicht sagen! Nun, ich meine, das ist wohl das beste für alle Beteiligten.«
»War er - gefährlich?«
»Sie meinen wohl gemeingefährlich? Keineswegs, vollkommen harmlos. Er litt bloß unter Verfolgungswahn. Hat stets von Geheimverbindungen aus China gefaselt, die ihn verfolgen würden. Wir haben viele von dieser Art.« Ich war erschüttert.
»Wie lange befand er sich schon in Ihrer Obhut?« fragte Poirot.
»Es sind jetzt zwei Jahre.«
»Soso«, bemerkte Poirot ruhig, »es ist während dieser ganzen Zeit wohl niemandem eingefallen, daß er vielleicht doch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte gewesen ist?« Der Aufseher lächelte amüsiert.
»Warum sollte er denn in einer Heilanstalt gewesen sein, wenn er tatsächlich bei Sinnen gewesen wäre? Wissen Sie, sie behaupten alle, daß sie völlig normal sind.« Poirot enthielt sich weiterer Äußerungen und nahm den Mann mit in das Schlafzimmer, wo die Leiche lag. Er identifizierte sie sofort.
»Das ist er, kein Zweifel«, sagte er gefühllos. »Komischer Kerl, nicht wahr? Nun, meine Herren, am besten gehe ich gleich, um die notwendigen Vorkehrungen zu treffen. Wir wollen Sie nicht länger als notwendig mit der Leiche belästigen. Ich möchte Sie nur noch darauf aufmerksam machen, daß Sie im Falle einer Leichenschau zu erscheinen haben. Guten Morgen, meine Herren.«
Mit einer ziemlich linkischen Verbeugung und schlenkernden Schrittes verließ er den Raum.
Einige Minuten später traf Japp ein. Der Inspektor von Scotland Yard war, wie immer, sehr lebhaft und unternehmungslustig. »Da bin ich, Monsieur Poirot. Was kann ich für Sie tun? Ich vermutete Sie bereits auf dem Wege zu den Korallenriffen oder sonstwohin.«
