
»Du magst vollkommen recht haben, Poirot«, entgegnete ich, »aber warum nahm er überhaupt das Risiko auf sich, in Erscheinung zu treten? Wenn er beabsichtigte, später den Toten abzuholen, so wäre sein Besuch begründet gewesen. Zumindest wäre er dann kaum verdächtig gewesen. Da er jedoch bis jetzt nicht wiedergekommen ist, scheint mir sein Erscheinen völlig nutzlos gewesen zu sein.«
Poirot antwortete mit seinem typischen Achselzucken. »Du siehst eben die Angelegenheit nicht vom Standpunkt von Nummer vier, lieber Hastings. Du sprichst von Verdacht, aber welchen Verdacht hegen wir eigentlich gegen ihn? Allerdings, wir haben einen Toten, aber wir haben noch lange nicht den Beweis, daß er tatsächlich ermordet wurde - Blausäure hinterläßt beim Einatmen keinerlei Spuren. Außerdem können wir keinen Zeugen vorbringen, der bestätigen kann, daß jemand unsere Wohnung während unserer Abwesenheit betreten hat. Wir haben auch noch nichts bezüglich der Vergangenheit unseres verstorbenen Freundes Mayerling in Erfahrung gebracht. Nein, Hastings, Nummer vier hat keinerlei Spuren hinterlassen, und das weiß er genau. Sein Besuch dürfte rein informatorischer Art gewesen sein. Vielleicht wollte er sich überzeugen, daß Mayerling tatsächlich tot war, jedoch viel wahrscheinlicher ist die Annahme, daß er gekommen ist, um Hercule Poirot zu sehen und mit dem einzigen Widersacher zu sprechen, den zu fürchten er allen Grund hat.«
Poirots Ausführungen erschienen mir ziemlich überheblich, jedoch hielt ich es für richtiger, nichts zu erwidern.
»Und wie gedenkst du dich bei der Leichenschau zu verhalten?« fragte ich. »Ich nehme an, daß du über deine Wahrnehmungen berichten und der Polizei eine ausführliche Beschreibung von Nummer vier liefern wirst.«
