
»Zu welchem Zweck? Können wir irgend etwas anführen, was eine Totenschaukommission von überaus gründlichen britischen Beamten bei der Leichenschau überzeugen würde, daß es sich um einen Mord handelt? Hat unsere Beschreibung von Nummer vier irgendwelchen praktischen Wert? Nein, wir werden sie eine vollkommen normale Todesursache feststellen lassen, und vielleicht, obwohl ich nicht daran glaube, wird unser durchtriebener Mörder sich ins Fäustchen lachen und glauben, er habe Hercule Poirot einmal täuschen können.« Poirot sollte auch dieses Mal recht behalten. Von dem Aufseher der Heilanstalt hörten wir nichts mehr, und der Befund, welchem ich so große Bedeutung beigemessen hatte, über den Poirot jedoch absichtlich nichts verlauten ließ, kam nicht an die Öffentlichkeit.
Da Poirot im Hinblick auf seine beabsichtigte Reise nach Südamerika bereits vor meiner Ankunft alle seine Angelegenheiten abgeschlossen hatte, war er im Augenblick nicht mit der Aufklärung anderer Fälle beschäftigt. So hielt er sich denn den ganzen Tag über in seiner Wohnung auf und blieb ziemlich einsilbig. Er saß in seinen Lehnsessel versunken und wußte stets meinen Bemühungen, eine Unterhaltung anzuknüpfen, auszuweichen.
Eines Morgens jedoch, ungefähr eine Woche nach dem Mord, fragte er mich, ob ich Lust hätte, ihn zu begleiten, da er die Absicht habe, einen Besuch zu machen. Ich stimmte freudig zu, denn ich konnte mich des Gefühls nicht erwehren, daß er nicht gut daran tat, wenn er versuchte, den Fall allein zu lösen, und ich brannte darauf, die Sache mit ihm zu besprechen. Er war jedoch weiterhin gar nicht mitteilsam. Er würdigte mich nicht einmal einer Antwort, als ich fragte, wohin wir uns begäben. Poirot liebte es nun einmal, sich mit Geheimnissen zu umhüllen. Stets war er bestrebt, seine Informationen bis zum letzten Augenblick zurückzuhalten, und dieses Mal würde es auch nicht anders sein. Nachdem wir nacheinander einen Bus und zwei Straßenbahnen benutzt hatten, gelangten wir in die Umgebung einer der schäbigsten Vorstädte südlich von London.
