»Für alles?«

»Ja, für alles, für die Unruhe in der ganzen Welt, die Störungen des Arbeitsfriedens, von denen jede Nation befallen ist, für Revolutionen, die da und dort ausbrechen. Es gibt Leute, und zwar keine Schwätzer, die behaupten, daß eine geheime Macht hinter dem Weltgeschehen steht. Eine Macht, die nach, nichts Geringerem strebt als nach der völligen Auflösung der Zivilisation. Wie Ihnen wohl bekannt ist, sprach in Rußland alles dafür, daß Lenin und Trotzki nichts weiter als Marionetten waren, deren Handlungen durch das Gehirn eines anderen geleitet wurden. Ich habe zwar keine greifbaren Beweise in Händen, bin jedoch völlig davon überzeugt, daß es das Gehirn von Li Chang Yen war.«

»Ist das nicht etwas weit hergeholt?« wandte ich ein. »Wie sollte ein Chinese irgendeinen Einfluß auf die Geschehnisse in Rußland haben?«

Poirot warf mir einen gereizten Blick zu.

»Für dich, Hastings«, sagte er, »ist alles weit hergeholt, was nicht deiner eigenen Vorstellung entspringt. Ich meinerseits stimme jedoch der Ansicht dieses Herrn völlig zu. Aber bitte, Monsieur, fahren Sie fort.«

»Was er in Wirklichkeit mit allem bezweckt, kann ich Ihnen leider nicht mit Sicherheit sagen«, fuhr Mr. Ingles fort, »aber ich neige zu der Annahme, daß er von einem Größenwahn befallen ist, ähnlich dem, der in der Zeit von Akbar und Alexander bis zu Napoleon alle großen Genies befallen hat - ein Streben nach absoluter Macht und ein persönliches Geltungsbedürfnis. Bis zu unseren modernen Zeiten waren stets Armeen zu Eroberungszwecken notwendig, heute jedoch kann ein Mann wie Li Chang Yen vielleicht andere und weitaus wirksamere Mittel ergreifen. Ich habe Beweise, daß ihm für Bestechung und Propagandazwecke unbeschränkte Geldmittel zur Verfügung stehen, daß technische Errungenschaften in seinen Händen liegen, von deren Wirksamkeit die Welt keine Ahnung hat.«



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