
»Mein lieber Monsieur Poirot, das ist mit wenigen Worten erklärt. Sie haben meine Freunde bitter enttäuscht.«
»In welcher Beziehung?«
»Ach, lassen Sie das, Monsieur Poirot, Sie sind vollkommen im Bild, genau wie ich selbst.«
»Es hängt davon ab, Monsieur, wen Sie als Ihre Freunde betrachten.«
Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, zog der Mann ein Zigarettenetui aus der Tasche, öffnete es, entnahm ihm vier Zigaretten und warf sie auf den Tisch. Dann sammelte er sie wieder ein und versorgte sie in seinem Etui.
»Aha«, sagte Poirot, »so ist das gemeint. Und was schlagen Ihre Freunde vor?«
»Sie schlagen vor, Monsieur, daß Sie Ihre sehr beachtlichen Talente zur Aufdeckung von Verstößen gegen das Gesetz entfalten sollten - Sie sollten wieder Ihre frühere Beschäftigung aufnehmen und die Probleme von Damen der Londoner Gesellschaft lösen.«
»Ein sehr friedfertiges Geschäft«, bemerkte Poirot, »und angenommen, ich wäre damit nicht einverstanden?« Der Mann machte eine vielsagende Bewegung. »Wir würden es natürlich außerordentlich bedauern«, setzte er hinzu, »ebenso alle Freunde und Bewunderer von Hercule Poirot. Beileidskundgebungen jedoch, so ehrlich sie auch sein mögen, können einen Toten nicht mehr zum Leben erwecken.«
»Läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig«, bemerkte Poirot kopfnickend. »Und angenommen, ich würde mich einverstanden erklären?«
»In diesem Falle bin ich beauftragt, Ihnen eine Entschädigung anzubieten.«
Er zog eine Brieftasche hervor und warf zehn große Banknoten auf den Tisch. »Das ist vorerst einmal ein Beweis unseres guten Willens«, sagte er. »Sie werden später zehnmal soviel erhalten.«
»Großer Gott«, fuhr ich auf, »wagen Sie im Ernst daran zu denken?«
»Setze dich, Hastings«, befahl Poirot in bestimmtem Ton. »Zähme deine guten und ehrenvollen Regungen, und setz dich hin. Ihnen aber, mein Herr, sage ich folgendes: Was würde mich hindern, die Polizei zu verständigen und Sie verhaften zu lassen, während mein Freund Sie daran hindert, sich davonzumachen?«
