Sie kam sogleich zur Sache.

»Messieurs, Sie stellten mir gestern einige Fragen in Verbindung mit dem Verschwinden von Mr. Halliday. Ich erfahre soeben, daß Sie ein zweites Mal hierher zurückkehrten, um meine Sekretärin, Inez Veroneau, zu sehen. Sie verließ das Haus mit Ihnen und ist bis jetzt noch nicht zurückgekommen.«

»Ist das alles, Madame?«

»Nein, Monsieur, nicht alles; letzte Nacht wurde in mein Laboratorium eingebrochen, und es wurden mehrere wertvolle Papiere und Aufzeichnungen gestohlen. Die Diebe haben versucht, noch etwas weit Wertvolleres zu stehlen, aber glücklicherweise konnten sie den großen Safe nicht öffnen.«

»Madame, ich möchte Sie von folgenden Tatsachen unterrichten. Ihre frühere Sekretärin, Madame Veroneau, ist in Wirklichkeit die Gräfin Rossakoff, eine Expertin im Diebstahl, und sie war auch verantwortlich für das Verschwinden von Mr. Halliday. Wie lange stand sie schon in Ihren Diensten?«

»Fünf Monate, Monsieur. Was Sie mir da berichten, beunruhigt mich in höchstem Maße.«

»Leider ist es so. Waren diese verschwundenen Unterlagen leicht zu finden, oder nehmen Sie an, daß ein Eingeweihter an dem Verschwinden beteiligt ist?«

»Allerdings ist es ziemlich seltsam, daß die Diebe genau wußten, wo sie zu suchen hatten. Denken Sie etwa, daß Inez -?«

»Ja, ich zweifle keine Minute daran, daß der Diebstahl auf Grund ihrer Informationen erfolgte. Aber was ist das weit Wertvollere, das die Diebe nicht finden konnten? Etwa Juwelen?«

Madame Olivier schüttelte den Kopf mit einem schwachen Lächeln.

»Weitaus wertvoller als das, Monsieur.« Sie sah sich vorsichtig um, beugte sich vor und sprach mit leiser Stimme:

»Radium, Monsieur.«

»Radium?«

»Ja, ich bin jetzt bei dem schwierigsten Punkt meiner Experimente angelangt und besitze selbst ein kleines Quantum davon - jedoch wurde mir eine größere Menge für den Fortgang meiner Arbeiten leihweise zur Verfügung gestellt. So klein auch in Wirklichkeit das Quantum ist, so stellt es doch einen beträchtlichen Teil dessen dar, was in der ganzen Welt vorhanden ist, und somit den Wert von vielen Millionen Francs.«



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