»Und wo befindet es sich zur Zeit?»

»In einem Bleibehälter in dem großen Safe. - Der Safe scheint altmodisch und leicht zu öffnen, doch in Wirklichkeit ist er ein Meisterstück in seiner Art. Das war wahrscheinlich der Grund, warum die Diebe ihn nicht öffnen konnten.«

»Wie lange behalten Sie das Radium noch in Ihrem Besitz?«

»Nur noch zwei Tage, Monsieur, dann sind meine Versuche abgeschlossen.« Poirots Augen funkelten.

»Und weiß Inez Veroneau davon? Ja? Dann ist es gut; unsere Freunde werden ihren Versuch wiederholen. Kein Wort davon zu irgend jemand, Madame, und seien Sie versichert. Ihr Radium wird Ihnen erhalten bleiben. Haben Sie einen Ersatzschlüssel zur Tür, die zum Garten führt?«

»Ja, Monsieur, hier ist er. Ich habe noch einen gleichen in meinem Besitz. Und hier haben Sie auch den Schlüssel zum Gartentor, welches in den Gartenweg zwischen den anliegenden Villen führt.«

»Ich danke Ihnen, Madame. Heute nacht gehen Sie bitte wie gewöhnlich schlafen, haben Sie keine Furcht, und überlassen Sie alles Weitere mir. Aber, bitte, zu niemand auch nur ein Wort -auch nicht zu Ihren Assistenten, Mademoiselle Claude und Monsieur Henri, nicht wahr? - Besonders nicht zu diesen beiden.« Poirot verließ die Villa und rieb sich zufrieden die Hände. »Was werden wir jetzt tun?« fragte ich.

»Jetzt, Hastings, werden wir Paris verlassen - und nach England abreisen.«

»Warum das?«

»Wir werden unsere Koffer packen, zusammen essen und dann zur Gare du Nord fahren.«

»Und das Radium?«

»Ich sagte, wir werden nach England abreisen - ich meinte damit aber nicht, daß wir dort auch ankommen werden. Überlege bitte einen Moment, Hastings. Es ist so gut wie sicher, daß wir beobachtet und verfolgt werden. Wir müssen unsere Widersacher in dem Glauben lassen, daß wir zurück nach England fahren, und sie werden dies nicht eher glauben, als bis sie uns tatsächlich den Zug besteigen und abfahren sehen.«



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