
Auf dem langen Weg zurück nach Winterfell schien es noch kälter geworden zu sein, obwohl sich der Wind inzwischen gelegt hatte und die Sonne hoch am Himmel stand. Bran ritt mit seinen Brüdern weit vor der Gesellschaft, und sein Pony hatte alle Mühe, mit den Pferden der anderen mitzuhalten.
«Der Deserteur ist tapfer gestorben«, befand Robb. Er war groß und breit und wurde jeden Tag noch größer, besaß die Farbe seiner Mutter, die helle Haut, rotbraunes Haar und die blauen Augen der Tullys von Riverrun.»Wenigstens hatte er Courage.«
«Nein«, erwiderte Jon Snow leise.»Es war keine Courage. Er ist voller Furcht gestorben. Das konnte man seinen Augen ansehen, Stark. «Jons Augen waren grau, dunkel grau, fast schwarz, doch ihnen entging nur wenig. Er war im gleichen Alter wie Robb, doch sie sahen sich überhaupt nicht ähnlich. Wo Robb muskulös war, war Jon schlank, wo Robb hell war, Jon dunkel, und wo sein Halbbruder stark und schnell war, zeigte Jon Grazie und Behendigkeit.
Robb blieb unbeeindruckt.»Sollen sich die Anderen seine Augen holen«, fluchte er.»Er ist gut gestorben. Um die Wette bis zur Brücke?«
«Gemacht«, sagte Jon und trat sein Pferd in die Flanken. Robb fluchte und folgte ihm, und so galoppierten sie den Pfad hinab, Robb lachend und johlend, Jon still und konzentriert. Die Hufe der Pferde warfen Mengen von Schnee auf.
Bran versuchte nicht, ihnen zu folgen. Sein Pony konnte nicht mithalten. Die Augen des zerlumpten Mannes kamen ihm wieder in den Sinn. Nach einer Weile war Robbs Lachen verklungen, und im Wald kehrte wieder Stille ein.
So tief war er in Gedanken versunken, daß er den Rest der Gesellschaft gar nicht hörte, bis sein Vater schon neben ihm ritt.»Geht es dir gut, Bran?«fragte er nicht unfreundlich.
«Ja, Vater«, erklärte Bran. Er blickte hoch. In Fell und Leder gewickelt, hoch auf seinem großen Streitroß, ragte sein Vater wie ein Riese über ihm auf.»Robb sagt, der Mann sei tapfer gestorben, aber Jon sagt, er hätte sich gefürchtet.«»Was glaubst du?«fragte sein Vater.
