»Okay, okay.« Harry lachte und öffnete die Dose mit demselben Büchsenöffner, den ihre Mutter benutzt hatte. Die Hepworths, die Familie von Harrys Mutter, fanden modische Dinge unsinnig. Man kaufte etwas von guter Qualität und benutzte es, bis es den Geist aufgab. Der Büchsenöffner war älter als Harry.

Die Minors, die Familie ihres Vaters, ebenfalls praktische Leute, waren ein klein wenig geneigter als die Hepworths, sich von ihrem Geld zu trennen. Harry fiel irgendwo dazwischen.

Als sie Katzen und Hund gefüttert hatte, stellte sie eine Eisenpfanne auf den Herd und briet zwei Eier. Das Frühstück war ihre Lieblingsmahlzeit.

»So, ich hab Mr. Maupins Sämaschine übers Wochenende, dann will ich mal die Weiden nachsäen«, sagte sie zu den Tieren, die gute Zuhörerinnen waren. »Ich hatte Glück, dass ich sie kriegen konnte. Wer eine Sämaschine hat, kann sie für gutes Geld vermieten. Ich möchte ja gern eine kaufen, aber wir würden fast zwanzigtausend Dollar brauchen, und wisst ihr was, da stell ich mich doch lieber hinten an und warte, bis ich die von Mr. Maupin mieten kann. Selbst eine gebrauchte ist teuer, und man benötigt sie nur im Frühjahr und im Herbst, je nach ...« Ihre Stimme verklang, stieg dann wieder an. »Das Dumme ist, wenn man sie braucht, dann braucht man sie. Wir haben dieses Jahr Glück gehabt.« Sie streichelte den seidigen Kopf von Mrs. Murphy, die zu ihr an den Tisch gekommen war. »Ich hab's einfach im Gefühl, das wird ein glücklicher Frühling. Alle Hände voll zu tun.«

Sie spülte das Geschirr, trat auf die umzäunte Veranda hinaus und zog ihre Stalljacke über, die an einem Haken hing. Die Temperatur betrug etwas über vier Grad, aber bis zum Mittag würden es fast achtzehn sein.

Als Harry in die frische kühle Luft hinaustrat, bemerkte sie als Erstes den Nebel auf den Bergen. Die aufgehende Sonne strahlte auf den Nebel und schuf Millionen winziger Regenbögen. Der Anblick war so schön, dass Harry wie angewurzelt stehen blieb und einen Moment den Atem anhielt.



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