So, und nun ziehen Sie sich bitte aus, und legen Sie schnell die Krankenhauskleidung an, bevor die Oberschwester kommt, Patient Hewlitt«, forderte die Lernschwester ihn plötzlich auf. »Ich warte vor der Trennwand. Falls Sie Hilfe benötigen, brauchen Sie mir nur Bescheid zu sagen.«


Die Hudlarerin trat mit der Trage beiseite, und aus Vertiefungen in der Decke wurden leise Sichtblenden herabgelassen.


Eine ganze Weile hielt Hewlitt ein unförmiges Kleidungsstück regungslos in den Händen. Es war sauber, weiß und wie all die anderen, die er in seinem Leben hatte tragen müssen: wenigstens zwei Nummern zu klein. Erhatte schlichtweg keine Lust, sich dieses Ding anziehen und damit im Bett liegen zu müssen, und wollte wenigstens ein Gefühl der Unabhängigkeit behalten und mit seiner eigenen Kleidung im Stuhl sitzen. Aber dann erinnerte er sich an die ungeheure Kraft der Schwester und an deren letzte Bemerkung, daß er nur Bescheid zu sagen brauche, falls er Hilfe benötige. Hatte es sich dabei womöglich um eine höflich formulierte Drohung gehandelt, daß er notfalls auch mit Gewalt ausgezogen werden würde, falls er es nicht selbst täte?


Auf keinen Fall wollte er diesem Tentakelmonster die Befriedigung verschaffen oder vielleicht gar das Vergnügen bereiten, einen ihrer ›interessanten‹ Aliens auszuziehen.


Während er artig ins Bett stieg, hörte Hewlitt, wie sich jemand anders näherte, jemand, der beim Gehen ein leises, rutschendes Geräusch verursachte, das nicht einmal im entferntesten an schlurfende Füße erinnerte. Und als dieses Wesen zu sprechen begann, war neben den übersetzten Wörtern im Hintergrund ein unangenehmes Zischen zu hören »Ihre Farbe bröckelt übrigens ab, Lernschwester«, sagte die Stimme. »Geben Sie mir bitte die Krankenakte des Patienten, und erstatten Sie mir kurz Bericht. Anschließend begeben Sie sich umgehend in die für Ihre Spezies zuständige Kantine.«



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