
Er sagte mit leiser, barscher Stimme:
«Oh, da seid ihr ja beide. Monsieur Poirot, darf ich Sie auf ein paar Minuten in mein Arbeitszimmer bitten?»
Frobisher ging durch die Tür hinaus, und Poirot folgte dem Admiral. Er hatte ein wenig das Gefühl, als hätte man ihn auf das Achterdeck kommandiert, damit er sich rechtfertige.
Der Admiral wies Poirot einen der großen Fauteuils an und setzte sich in den anderen. Während Poirot mit Frobisher gesprochen hatte, war ihm die Unruhe, Nervosität und Reizbarkeit des anderen aufgefallen – alles Anzeichen schwerer geistiger Abspannung. Bei Admiral Chandler spürte er Hoffnungslosigkeit und abgrundtiefe Verzweiflung …
Chandler sagte mit einem tiefen Seufzer:
«Ich bedaure, daß Diana Sie in die Sache hereingezogen hat … Armes Kind, ich weiß, wie hart es für sie ist. Aber – nun – es ist unsere eigene Familientragödie, und ich glaube, Sie werden begreifen, Monsieur Poirot, daß wir keine Outsider wünschen.»
«Ich kann Ihre Gefühle sehr gut begreifen.»
«Diana, das arme Kind, kann es nicht glauben. Ich konnte es zuerst auch nicht. Ich würde es jetzt wahrscheinlich auch nicht glauben, wenn ich nicht wüßte –» Er stockte.
«Was wüßte?»
«Daß es im Blut steckt. Die Krankheit, meine ich.»
«Und doch haben Sie der Verlobung zugestimmt.»
Admiral Chandler wurde rot.
«Sie meinen, ich hätte schon damals mein Veto einlegen sollen? Aber damals hatte ich noch keine Ahnung. Hugh gerät seiner Mutter nach – nichts an ihm erinnert an die Chandlers. Ich hoffte, er sei ihr in allem nachgeraten. Von seiner Kindheit bis heute war keine Spur von etwas Anomalem an ihm. Ich konnte nicht ahnen, daß – zum Teufel, in fast jeder alten Familie ist eine Spur irgendeiner Geisteskrankheit!»
