«Wir sind die letzten Chandlers, Monsieur Poirot; nach uns wird es in Lyde Manor keine Chandlers mehr geben. Als Hugh sich mit Diana verlobte, habe ich gehofft – nun, es hat keinen Sinn, jetzt davon zu sprechen. Gott sei Dank, daß er nicht geheiratet hat. Mehr kann ich nicht sagen!»

IV

Hercule Poirot saß auf einer Bank im Rosengarten. Neben ihm saß Hugh Chandler. Diana Maberly hatte sie eben verlassen.

Der junge Mann wandte sein schönes, gequältes Gesicht seinem Gefährten zu.

«Sie müssen es ihr begreiflich machen, Monsieur Poirot.» Er machte eine kleine Pause und fuhr dann fort:

«Wissen Sie, Di ist eine Kämpferin. Sie will das Spiel nicht aufgeben. Sie will sich nicht mit dem Unabänderlichen abfinden. Sie wird es wohl oder übel müssen. Sie – sie will weiter glauben, daß ich – geistig normal bin.»

«Während Sie selbst fest überzeugt sind, daß Sie – vergeben Sie mir – irrsinnig sind.»

Der junge Mann zuckte zusammen und führte aus:

«Ich habe noch nicht tatsächlich den Verstand verloren – aber es verschlimmert sich. Diana weiß es nicht. Sie sieht mich nur, wenn ich – normal – bin.»

«Und wenn Sie – nicht normal sind – was geschieht dann?»

Hugh Chandler schöpfte tief Atem und erklärte: «Erstens träume ich, und wenn ich träume, bin ich wahnsinnig. Vorige Nacht zum Beispiel – war ich kein Mensch mehr. Ich war zuerst ein rasender Stier – ein rasender Stier, der in der glühenden Sonne herumtobte – und ich schmeckte Blut und Staub in meinem Mund – Blut und Staub … Und dann war ich ein Hund – ein großer, sabbernder Hund. Ich hatte die Tollwut – Kinder stoben auseinander und flohen, wenn ich kam, Männer wollten mich erschießen – irgend jemand stellte mir eine Schüssel Wasser hin, aber ich konnte nicht trinken, Monsieur Poirot … ich konnte nicht schlucken … Oh, mein Gott, ich war nicht imstande zu trinken …»



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