
Er stockte. «Ich erwachte, und ich wußte, daß alles wahr sei. Ich ging zum Waschtisch. Mein Mund war ausgedörrt – ganz ausgedörrt – und trocken. Ich war durstig. Aber ich konnte nicht trinken, Monsieur Poirot … ich konnte nicht schlucken … ich konnte nicht trinken …»
Hercule Poirot murmelte beschwichtigende Worte. Hugh Chandler fuhr in seiner Rede fort. Seine Hände umklammerten krampfhaft seine Knie, sein Gesicht war vorgeschoben, seine Augen waren halb geschlossen, als sähe er etwas auf sich zukommen.
«Und dann gibt es Dinge, die keine Träume sind. Dinge, die ich sehe, wenn ich hellwach bin, Gespenster, grauenhafte Gestalten. Sie grinsen mich an. Und manchmal kann ich fliegen, aus dem Bett steigen und durch die Luft fliegen, auf den Wolken reiten – und Unholde leisten mir Gesellschaft!»
«Ta – ta», machte Hercule Poirot.
Es war ein sanft mißbilligendes Geräusch.
Hugh Chandler wandte sich ihm zu. «Oh, es gibt keinen Zweifel mehr. Es steckt in meinem Blut. Es ist mein Erbteil. Ich kann dem Schicksal nicht entgehen. Gott sei Dank, daß ich es rechtzeitig bemerkte, ehe ich Diana geheiratet habe. Denken Sie, wenn wir ein Kind gehabt und ihm diese grauenhafte Krankheit vererbt hätten!»Er legte seine Hand auf Poirots Arm: «Sie müssen es ihr begreiflich machen. Sie müssen ihr sagen, daß sie vergessen muß. Sie muß vergessen. Eines Tages wird irgendein anderer da sein. Steve Graham zum Beispiel – er ist wahnsinnig verliebt in sie, und er ist ein furchtbar guter Kerl. Sie wäre glücklich mit ihm – und geborgen. Ich will – daß sie glücklich wird. Graham ist natürlich arm, und ihre Familie auch, aber wenn ich nicht mehr bin, sind sie versorgt!»
