Hercule Poirots Stimme unterbrach ihn.

«Warum werden sie ‹versorgt› sein, wenn Sie nicht mehr sind?» Hugh Chandler lächelte. Es war ein sanftes, gewinnendes Lächeln. Er erklärte: «Das Geld meiner Mutter ist da. Sie war eine reiche Erbin, wissen Sie. Sie hat mir das Geld hinterlassen. Ich habe alles Diana vermacht.»

Hercule Poirot lehnte sich zurück. Ein Ah entfuhr seinen Lippen.

«Aber Sie können ein sehr alter Mann werden, Mr. Chandler», bemerkte er dann.

Hugh Chandler schüttelte den Kopf und wehrte scharf ab:

«Nein, Monsieur Poirot, ich habe nicht die Absicht, ein alter Mann zu werden.» Plötzlich wich er schaudernd zurück.

«O Gott! Schauen Sie!» Er starrte über Poirots Schulter. «Dorf – neben Ihnen – es ist ein Skelett – es klappert mit den Knochen. Es ruft mich – es winkt mir –»

Seine Augen starrten mit geweiteten Pupillen ins Sonnenlicht. Er lehnte sich plötzlich zur Seite, als wollte er ohnmächtig werden. Dann wandte er sich zu Poirot und flüsterte fast mit einer Kinderstimme: «Sie haben – nicht irgend etwas gesehen?» Poirot schüttelte langsam den Kopf. Hugh Chandler sagte heiser:

«Ich mache mir nicht so viel daraus – aus diesen Halluzinationen. Was mir Angst macht, ist das Blut. Das Blut in meinem Zimmer – auf meinen Kleidern … Wir hatten einen Papagei. Eines Morgens lag er mit durchschnittener Kehle in meinem Zimmer – und ich lag auf dem Bett, in meiner Hand ein Rasiermesser, noch naß von seinem Blut!» Er beugte sich tiefer zu Poirot hinüber.

«Jüngst wurden Tiere getötet», flüsterte er. «Hier im Umkreis – im Dorf – draußen auf den Feldern. Schafe, junge Lämmer – ein Schäferhund. Vater sperrte mich ein, aber manchmal – manchmal ist die Tür morgens offen. Ich muß einen Schlüssel irgendwo versteckt haben, aber ich weiß nicht wo. Ich weiß es nicht. Ich bin es nicht, der diese Dinge macht – es ist jemand anders, der in mich hineinschlüpft – der von mir Besitz ergreift – der mich aus einem Menschen in ein rasendes Ungeheuer verwandelt, das nach Blut lechzt und kein Wasser trinken kann …»



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