Plötzlich vergrub er sein Gesicht in den Händen.

Nach einer kleinen Pause fragte Poirot:

«Ich verstehe noch immer nicht, warum Sie keinen Arzt konsultiert haben.»

Hugh Chandler schüttelte den Kopf.

«Verstehen Sie es wirklich nicht? Physisch bin ich stark. Stark wie ein Stier. Ich kann Jahre leben – Jahre – zwischen vier Wänden eingesperrt! Dem kann ich nicht ins Auge sehen! Es wäre besser, ganz von der Bildfläche zu verschwinden … Es gibt immer Mittel und Wege, wissen Sie. Ein Unfall beim Putzen des Gewehres … etwas Derartiges. Diana wird es begreifen … Ich möchte mir lieber meinen eigenen Abgang zurechtlegen!»

Er blickte Poirot herausfordernd an, aber Poirot reagierte nicht darauf. Statt dessen fragte er gelassen:

«Was essen und trinken Sie?»

Hugh Chandler warf den Kopf zurück. Er brüllte vor Lachen.

«Alpdrücken nach verdorbenem Magen? Denken Sie daran?»

Poirot wiederholte nur ruhig:

«Was essen und trinken Sie?»

«Genau was alle anderen Leute essen und trinken.»

«Keine besonderen Medikamente, Tabletten, Pillen?»

«Du lieber Himmel, nein. Glauben Sie wirklich, daß Wunderpillen mich heilen könnten?» Er zitierte höhnisch:

«Könnt Ihr denn eine kranke Seele heilen?»

Hercule Poirot sagte trocken:

«Ich versuche es. Hat hier im Haus irgend jemand ein Augenleiden?»

Hugh Chandler blickte sehr erstaunt.

«Vaters Augen machen ihm viel zu schaffen. Er muß ziemlich oft zum Augenarzt gehen.»

«So!» Poirot überlegte einige Augenblicke. Dann fuhr er fort:

«Ich vermute, Colonel Frobisher hat einen großen Teil seines Lebens in Indien verbracht?»

«Ja, er war in der indischen Armee. Er ist sehr begeistert von Indien – erzählt viel davon – Sitten und Gebräuche der Eingeborenen und all das.»



16 из 126