
Hercule Poirot ging schnell und geschickt zu Werk. Was er zu tun hatte, währte nicht lange. Er war bereits wieder unten in der Halle, als Diana erhitzt und zornig aus der Bibliothek kam. «Es ist schon arrangiert», erklärte sie. Admiral Chandler zog Poirot in die Bibliothek und schloß die Tür. Er sagte:
«Hören Sie mich an, Monsieur Poirot, die Geschichte gefällt mir nicht.»
«Was gefällt Ihnen nicht, Admiral Chandler?»
«Diana hat darauf bestanden, daß Sie beide, Diana und Sie, die Nacht hier im Haus verbringen. Ich will nicht ungastlich sein –»
«Es ist keine Frage der Gastlichkeit.»
«Wie gesagt, ich will nicht ungastlich sein – aber, offen gestanden, paßt es mir nicht. Ich – ich wünsche es nicht. Und ich sehe den Grund nicht ein. Was kann es schon nützen?»
«Nennen wir es ein Experiment, das ich mache.»
«Was für ein Experiment?»
«Entschuldigen Sie, aber das ist meine Sache –»
«Hören Sie mich an, Monsieur Poirot, erstens habe ich Sie nicht ersucht, herzukommen –» Poirot unterbrach ihn. «Glauben Sie mir, Admiral Chandler, daß ich Ihren Standpunkt vollkommen begreife und respektiere. Ich bin einzig und allein wegen der Hartnäckigkeit eines liebenden Mädchens hier. Sie haben mir gewisse Dinge erzählt, Colonel Frobisher hat mir gewisse Dinge erzählt, Hugh selbst hat mir gewisse Dinge erzählt. Jetzt – will ich selbst sehen, was los ist.»
«Ja, aber was sehen? Ich sage Ihnen, es gibt nichts zu sehen. Ich sperre Hugh jeden Abend in sein Zimmer ein und basta.»
«Und doch – sagt er mir, ist die Tür des Morgens zuweilen nicht abgesperrt.»
«Was heißt das?»
«Haben Sie nicht selbst schon die Tür offen gefunden?» Chandler runzelte die Stirn. «Ich dachte immer, George hätte sie aufgesperrt – was wollen Sie damit sagen?»
