«Wo lassen Sie den Schlüssel – im Schloß?»

«Nein, ich lege ihn draußen auf die Kommode. Ich oder George oder Withers, der Diener, nehmen ihn in der Frühe dort weg.

Wir haben Withers als Grund angegeben, daß Hugh schlafwandelt … Ich vermute, er weiß mehr – aber er ist eine treue Seele, er ist schon seit Jahren bei mir.»

«Gibt es noch einen Schlüssel?»

«Nicht daß ich wüßte.»

«Es hätte einer gemacht werden können.»

«Aber wer –»

«Ihr Sohn glaubt, daß er selbst einen irgendwo im Zimmer versteckt hat, obwohl er sich dessen in wachem Zustand nicht bewußt ist.» Colonel Frobishers Stimme erklang vom anderen Ende des Raumes: «Die Sache gefällt mir nicht, Charles … Das Mädchen –»

«Ganz meine Meinung», warf Chandler schnell ein. Das Mädchen darf nicht mit Ihnen zurückkommen. Kommen Sie selbst, wenn Sie wollen.»

«Warum wollen Sie nicht, daß Miss Maberly die Nacht hier verbringt?» erkundigte sich Poirot. Frobisher sagte leise: «Es ist zu gefährlich. In diesen Fällen –» Er hielt inne. «Hugh liebt sie sehr …» begann Poirot. Chandler rief:

«Eben darum! Verflucht noch einmal, verstehen Sie doch, bei einem Irren ist alles auf den Kopf gestellt. Hugh selbst weiß das. Diana darf nicht herkommen.»

«Das», meinte Poirot, «muß Diana selbst entscheiden.» Er verließ die Bibliothek. Diana wartete draußen im Wagen. Sie rief:

«Wir holen uns, was wir für die Nacht brauchen, und kommen zum Dinner zurück.»

Als sie die lange Auffahrt hinunterfuhren, wiederholte Poirot sein Gespräch mit Admiral Chandler und Colonel Frobisher.

Sie lachte höhnisch.

«Glauben Sie, daß Hugh mir etwas antun würde?»

Als Antwort bat Poirot sie, bei der Apotheke im Ort anzuhalten. Er habe vergessen, eine Zahnbürste einzupacken, sagte er. Die Apotheke war in der Mitte der friedlichen Dorfstraße.

Diana wartete draußen im Wagen. Es fiel ihr auf, daß Hercule Poirot lange brauchte, um eine Zahnbürste auszusuchen …



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