
Diana hauchte:
«Ist das Blut?»
Poirot blickte die beiden Männer fragend an. Der Admiral nickte und sagte:
«Gottlob kein Menschenblut! Eine Katze! Ich habe sie unten in der Halle gefunden. Mit durchschnittenem Hals. Nachher muß er hier heraufgekommen sein –»
«Hierher?» Diana sprach mit vor Entsetzen erstickter Stimme: «Zu mir?»
Der Mann auf dem Stuhl regte sich – murmelte. Sie beobachteten ihn wie gebannt. Hugh Chandler setzte sich auf. Er blinzelte.
«Hallo.» Seine Stimme war verwirrt – heiser. «Was ist geschehen? Warum bin ich –?»
Er stockte. Er starrte auf das Messer, das er noch mit der Hand umklammert hielt.
«Was habe ich getan?» hauchte er mit belegter Stimme.
Seine Augen schweiften von einem zum anderen. Sie blieben auf Diana haften, die an die Wand zurückgewichen war.
«Habe ich Diana angegriffen?» Sein Vater schüttelte den Kopf.
«Sagt mir, was geschehen ist! Ich muß es wissen», forderte Hugh.
Sie sagten es ihm – widerstrebend – stockend. Seine ruhige Ausdauer zog es aus ihnen heraus.
Vor den Fenstern ging die Sonne auf. Hercule Poirot zog einen Vorhang beiseite. Der Glanz der Morgendämmerung erfüllte den Raum.
Hugh Chandlers Züge waren gefaßt, seine Stimme fest.
Er sagte:
«Ich verstehe.»
Dann erhob er sich. Er lächelte und streckte sich. Seine Stimme klang vollkommen natürlich, als er fortfuhr: «Schöner Morgen, nicht wahr? Ich glaube, ich werde in den Wald gehen und versuchen, ein Kaninchen zu schießen.»Er ging aus dem Zimmer. Die anderen starrten ihm nach. Dann machte der Admiral Miene, ihm nachzustürzen. Frobisher packte ihn am Arm. «Nein, Charles, nein. Es ist der beste Ausweg für ihn – den armen Jungen – wenn schon für niemand anderen.»
