«Ich wußte nicht. Ich konnte nicht sicher sein … Caroline kam einmal zu mir – in großer Not – irgend etwas hatte sie erschreckt. Sie – ich – wir verloren den Kopf. Nachher ging ich sofort weg – es war das einzige, was ich tun konnte, wir wußten beide, daß wir bei der Stange bleiben mußten. Ich – nun – ich habe mich gefragt, aber ich konnte nicht sicher sein. Caroline sagte nie etwas, woraus ich schließen konnte, daß Hugh mein Sohn sei. Und dann, als sich – als sich dieser Anflug von Wahnsinn zeigte, war die Sache für mich entschieden.»

Poirot sagte:

«Ja, das entschied die Sache. Sie konnten nicht die Art und Weise sehen, wie der Junge den Kopf vorstreckt und dabei die Stirne runzelt – ein Tick, den er von Ihnen geerbt hat. Aber Charles Chandler sah es. Sah es vor Jahren – und erfuhr die Wahrheit von seiner Frau. Ich glaube, sie fürchtete sich vor ihm. Der Wahnsinn hatte schon begonnen, sich bei ihm zu offenbaren. Das war es, was sie zu Ihnen trieb – in die Arme des Mannes, den sie immer geliebt hatte. Charles Chandler schmiedete seine Rachepläne. Seine Frau starb bei einem Bootsunglück. Er und sie waren allein draußen im Boot, und nur er weiß, wie dieses Unglück geschah. Dann konzentrierte er seinen Haß auf den Jungen, der seinen Namen trug, jedoch nicht sein Sohn war. Durch Ihre indischen Geschichten kam er auf die Idee der Vergiftung mit Datura. Hugh sollte langsam zum Wahnsinn getrieben werden. Bis zum Selbstmord aus Verzweiflung. Admiral Chandler war es, der blutgierig war, nicht Hugh. Charles Chandler brachte es fertig, auf einsamen Feldern Schafen die Hälse durchzuschneiden. Aber Hugh sollte dafür büßen!

Wissen Sie, wann der Verdacht in mir aufstieg? Als Admiral Chandler sich gegen eine ärztliche Untersuchung seines Sohnes sträubte. Daß Hugh sich ihr widersetzte, war ganz natürlich.

Aber der Vater! Es könnte eine Behandlung geben, um seinen Sohn zu retten – es gab hundert Gründe, warum er ein ärztliches Gutachten wünschen mußte. Aber nein, ein Arzt durfte Hugh Chandler nicht sehen – weil ein Arzt entdecken könnte, daß Hugh geistig gesund ist!»



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