
«Natürlich komme ich. Soll ich in Ihre Wohnung kommen?»
«Nein – eigentlich bin ich in der kleinen Gasse hinter meinem Haus. Conningby Mews. Auf Nummer 17. Können Sie wirklich kommen? Ich wäre Ihnen unendlich dankbar.»
«Ich komme sofort», versprach Hercule Poirot.
IIHercule Poirot ging die kleine Gasse entlang und blickte zu den Nummern empor. Es war nach ein Uhr morgens, und die Gasse schien schon zu schlafen, obwohl in einigen Fenstern noch Licht war.
Als er zu Nummer 17 kam, öffnete sich die Haustür, und Dr. Stoddart blickte heraus.
«Sie Guter», sagte er, «wollen Sie bitte heraufkommen.»
Eine schmale Treppe, wie eine Hühnerleiter, führte ins obere Stockwerk. Zur Rechten war ein ziemlich großes Zimmer voller Diwans, Teppiche, dreieckiger Polster und einer großen Menge Flaschen und Gläsern.
Es herrschte ein wüstes Durcheinander; Zigarettenstummel waren überall verstreut, und es gab eine Menge zerbrochener Gläser.
«Hm!» kommentierte Hercule Poirot. «Mon cher Watson, ich vermute, daß hier eine Party stattgefunden hat!»
«Stimmt», brummte Stoddart grimmig. «Das kann man wohl sagen; und was für eine Party!»
«Sie waren also nicht mit dabei?»
«Nein, ich bin streng beruflich hier.»
«Was ist vorgefallen?» Stoddart erklärte: «Diese Wohnung gehört einer Frau namens Patricia Grace. Mrs. Patricia Grace.»
«Welch reizender, altmodischer Name», meinte Poirot.
«An Mrs. Grace ist nichts Altmodisches oder Reizendes. Sie ist in ihrer etwas derben Art ganz hübsch. Sie ist zwei Männern durchgegangen, und jetzt hat sie einen Liebhaber, den sie verdächtigt, daß er ihr durchgehen will. Die Gesellschaft hat mit Trinken begonnen und mit Rauschgift geendet. Mit Kokain, genau gesagt. Kokain ist ein Zeug, bei dem man sich zuerst wunderbar wohl fühlt und die ganze Welt in rosigen Farben sieht.
