«Oh, absolut. Das ist nicht zu verkennen. Es ist zweifellos Kokain. Ich fand übrigens etwas davon in einer Lackdose – sie schnupfen es auf, wissen Sie. Die Frage ist, woher kommt es? Ich erinnere mich, daß sie neulich von einer großen neuen Welle des Rauschgiftschmuggels und einer Zunahme der Kokainisten gesprochen haben.»

Hercule Poirot nickte. «Die Polizei wird sich für dieses heutige Fest interessieren.»

Michael Stoddart sagte mit einem unglücklichen Gesicht: «Das ist es ja eben … » Poirot blickte ihn mit plötzlich erwachendem Interesse an. «Und Ihnen liegt nichts daran, daß die Polizei sich für die Sache interessiert?» Michael Stoddart brummte undeutlich: «Unschuldige Menschen werden in Dinge verwickelt … schwer für sie.»

«Sind Sie so besorgt um Mrs. Patricia Grace?»

«Du liebe Zeit, nein. Sie ist eine von den ganz hartgesottenen!»

Hercule Poirot fügte milde hinzu:

«Also handelt es sich um die andere – das junge Mädchen?»

«Natürlich ist sie auf ihre Art auch hartgesotten», gab Stoddart zu. «Ich meine, sie hält sich dafür. Aber sie ist in Wirklichkeit nur sehr jung – ein bißchen ausgelassen und all das – aber im Grunde ist es nur Kinderei. Sie macht bei so einem Trubel mit, weil sie glaubt, daß es schick oder modern oder so etwas ist.»

Ein leichtes Lächeln umspielte Poirots Lippen. Er sagte leise: «Haben Sie dieses junge Mädchen schon vor dem heutigen Abend gekannt?» Michael Stoddart nickte. Er sah sehr jung und verlegen aus. «Ich habe sie in Mertonshire auf einem Jagdball kennengelernt. Ihr Vater ist ein pensionierter General – Donner und Blitz, schießt sie alle nieder – Pukka Sahib – und all das Zeug. Es sind vier Töchter, und alle sind ein wenig hemmungslos – kein Wunder bei einem solchen Vater. Und die Umgebung, in der sie leben, ist auch nicht gut – Rüstungsindustrie in der Nachbarschaft, viele Parvenüs – nichts von der früheren Atmosphäre der guten Gesellschaft – die Leute schwimmen in Geld, sind aber zum Teil recht verdorben. Die Mädchen sind in ein schlechtes Fahrwasser geraten.»



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