«Und jetzt? Was sagte er dazu, daß die Verlobung aufgelöst wurde?»

Sie antwortete mit unsicherer Stimme:

«Ich traf ihn gestern vormittag. Er sah elend aus. Er nahm meine Hand in die seinen und sagte: ‹Es ist hart für Dich, mein Kind. Aber der Junge handelt richtig – es ist das einzige, was er tun kann.›»

«Und so», führte Hercule Poirot aus, «kamen Sie zu mir?»

Sie nickte und fragte:

«Können Sie irgend etwas machen?»

«Das weiß ich nicht, aber ich kann zumindest mitkommen und mir die Situation ansehen», erwiderte Hercule Poirot.

II

Hugh Chandlers prächtiger Körperbau fiel Hercule Poirot vor allem auf. Groß und wunderbar proportioniert, mit einem mächtigen Thorax und breiten Schultern und einem Schopf dichter hellbrauner Haare. Er war die Verkörperung von Kraft und Männlichkeit.

Gleich nach der Ankunft in ihrem Heim, hatte Diana Admiral Chandler angerufen, und sie waren sogleich nach Lyde Manor gegangen, wo der Tee sie auf einer langen Terrasse erwartete.

Und mit dem Tee drei Männer. Admiral Chandler, weißhaarig, älter aussehend, als er war, die Schultern wie von einer schweren Last gebeugt und mit dunklen melancholischen Augen.

Sein Freund, Colonel Frobisher, war sein direkter Gegensatz, ein vertrocknetes, zähes Männchen mit rötlichem Haar, das an den Schläfen zu ergrauen begann. Ein unruhiger, reizbarer, bissiger kleiner Mann, ein wenig wie ein Foxterrier – aber mit einem Paar ausnehmend kluger Augen. Er hatte die Angewohnheit, die Stirne zu runzeln, den Kopf zu senken und dabei vorzustrecken und einen zugleich aus besagten klugen Augen durchdringend anzublicken. Der dritte war Hugh.

«Prachtexemplar, was?» meinte Colonel Frobisher. Er sprach mit gedämpfter Stimme, er hatte Poirots prüfende Blicke auf den jungen Mann bemerkt. Hercule Poirot nickte. Er und Frobisher saßen nebeneinander. Die anderen drei hatten am entgegengesetzten Ende des Teetisches Platz genommen und plauderten mit etwas gezwungener Munterkeit.



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