Poirot flüsterte:

«Ja, er ist prachtvoll – prachtvoll. Er ist ein junger Stier – ja, man könnte sagen, der Poseidon geweihte Stier … Ein Prachtexemplar gesunder Männlichkeit.»

«Sieht aus wie das Bild der Gesundheit, nicht?» Frobisher seufzte. Seine schlauen, kleinen Augen beobachteten Hercule Poirot verstohlen von der Seite. Plötzlich sagte er:

«Ich weiß, wer Sie sind, wissen Sie?»

«Das ist kein Geheimnis!» Poirot winkte vornehm mit der Hand. Die Geste sollte bedeuten, daß er nicht inkognito hier sei. Er reiste unter seinem wirklichen Namen.

Nach einem Augenblick fuhr Frobisher fort:

«Hat das Mädel Sie wegen – der Geschichte hergebracht?»

«Der Geschichte –?»

«Der Geschichte mit Hugh … Ja, ich sehe, daß Sie informiert sind. Aber ich verstehe nicht recht, warum sie sich gerade an Sie gewendet hat … ich habe nicht gewußt, daß so etwas zu Ihrem Fach gehört. Ich will sagen, daß es doch mehr eine medizinische Angelegenheit ist.»

«Alles gehört in mein Fach. Sie würden staunen.»

«Ich verstehe nicht ganz, was sie sich vorstellt, daß Sie tun können?»

«Miss Maberly», erklärte Poirot,«ist eine kämpferische Natur.»

Colonel Frobisher nickte eifrig zustimmend.

«Ja, sie ist die rechte Kampfnatur. Sie ist ein Prachtmädel – will den Kampf nicht aufgeben. Aber leider gibt es Dinge, gegen die man nicht aufkommen kann.» Er sah plötzlich alt und müde aus.

Poirot dämpfte seine Stimme noch mehr. Er murmelte diskret: «Wie ich verstanden habe, ist Irrsinn in der Familie?» Frobisher nickte.

«Taucht nur ab und zu auf –» flüsterte er. «Überspringt ein bis zwei Generationen. Hughs Großvater war der letzte.»

Poirot warf einen raschen Blick auf die anderen drei Anwesenden. Diana führte tapfer die Konversation. Sie lachte und neckte Hugh. Man hätte die drei für die sorglosesten Menschen der Welt halten können.



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