«Welche Formen nahm der Irrsinn an?» forschte Poirot leise weiter.

«Der alte Junge wurde zum Schluß ziemlich rabiat. Er war bis Dreißig ganz gesund – vollkommen normal. – Dann begann er etwas wunderlich zu werden. Es dauerte eine Weile, bis die Leute es bemerkten. Dann begannen Gerüchte zu kursieren. Man munkelte. Dinge ereigneten sich, die vertuscht wurden. Aber –» er hob die Schultern, «er endete in komplettem Wahnsinn, der arme Teufel! Er wurde gefährlich und mußte amtlich für geisteskrank erklärt werden.»

Nach einer kleinen Pause fügte er hinzu: «Er wurde, glaube ich, sehr alt … Das ist es, wovor Hugh sich fürchtet. Darum will er keinen Arzt konsultieren. Er fürchtet, daß man ihn einsperrt und er jahrelang eingesperrt weiterleben muß. Ich kann es ihm nicht verdenken. Ich würde genau so empfinden.»

«Und wie empfindet Admiral Chandler die ganze Sache»

«Es hat ihn völlig gebrochen.» Frobisher sprach abgehackt.

«Liebt er seinen Sohn sehr?»

«Er geht in ihm auf. Wissen Sie, seine Frau ertrank bei einem Bootsunglück, als der Junge erst zehn Jahre alt war. Seither hat er nur für das Kind gelebt.» «Ist er sehr an seiner Frau gehangen?»

«Er hat sie angebetet. Jedermann betete sie an. Sie war – sie war eine der schönsten Frauen, die ich je gekannt habe.» Er schwieg einen Augenblick und stieß dann hervor:

«Wollen Sie ihr Porträt sehen?»

«Es würde mich sehr interessieren.»

Frobisher schob seinen Stuhl zurück. Laut verkündete er:

«Ich zeige Monsieur Poirot ein paar Sachen. Er ist ein Kunstkenner.»

Der Admiral winkte zerstreut. Frobisher stapfte die Terrasse entlang, und Poirot folgte ihm. Für einen Augenblick ließ Diana die Maske der Heiterkeit fallen, und er las die bange Frage auf ihren Zügen. Hugh hob den Kopf und blickte den kleinen Mann mit dem großen Schnurrbart ruhig an.



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