»Mir fehlt nichts.«

»Du bist krank.«

»Nein.« Er rang sich ein müdes Lächeln ab. »Nur kindisch. Verzeih mir, Liebling.« Er tätschelte sie unbeholfen. »Ich habe in der letzten Zeit zuviel gearbeitet. Es tut mir leid. Ich lege mich ein wenig hin.«

»Du warst außer dir.«

»Es ist wieder alles in Ordnung. Alles.« Er seufzte. »Vergessen wir die Sache. Weißt du, ich habe da gestern einen Witz über Uel gehört, den ich dir erzählen wollte. Was hältst du davon, das Frühstück zu machen, während ich dir den Witz erzähle? Und. davon reden wir nicht mehr. Einverstanden?«

»Es war doch auch nur ein Traum.«

»Natürlich.« Er küßte sie flüchtig auf die Wange. »Nur ein Traum.«

Die Sonne stand hoch am Himmel, und die Hügel flimmerten im hellen Licht.

»Fährst du nicht in die Stadt?« fragte Ylla.

»Stadt?« Er hob träge die Augenbrauen.

»An diesem Tag fährst du doch sonst immer.« Sie rückte einen Blumenkäfig auf seinem Podest zurecht. Die Blumen bewegten sich und öffneten ihre hungrigen gelben Mäuler.

Er schloß sein Buch. »Nein. Es ist zu heiß und außerdem schon zu spät. Es ist schon Mittag.«

»Ja«, sagte sie, beendete ihre Arbeit und ging zur Tür. »Ich bin bald zurück.«

»Moment mal! Wo willst du hin?«

Leichtfüßig huschte sie über die Schwelle und drehte sich um. »Zu Pao. Sie hat mich eingeladen.«

»Heute?«

»Ich habe sie lange nicht besucht.«

»Pao wohnt drüben im Grünen Tal, nicht wahr?«

»Ja, nur ein kleiner Spaziergang. Ich dachte, ich.« Sie hatte sehr schnell gesprochen und kam nun ins Stocken.

»Es tut mir leid«, sagte er und lief ihr nach, um sie zurückzuhalten; dabei machte er ein Gesicht, als bedauerte er zutiefst seine Vergeßlichkeit. »Ich habe völlig vergessen, dir zu sagen, daß ich Dr. Nlle für heute nachmittag eingeladen habe.«



11 из 226