
Es war sehr schön.
»Noch nie gehört, dieses Lied. Hast du es dir selbst ausgedacht?« fragte er mit zusammengekniffenen Augen.
»Nein. Ja. Nein, ich weiß es nicht, wirklich!« Sie stockte. »Ich kenne nicht einmal die Worte; sie stammen aus einer anderen Sprache!«
»Aus was für einer Sprache?«
Geistesabwesend ließ sie Fleischstücke in die brodelnde Lava fallen. »Ich weiß es nicht.« Nach kurzer Zeit zog sie das Fleisch gar wieder heraus, legte es auf einen Teller und stellte es vor ihn hin. »Ist wohl’ nur etwas Verrücktes, das ich mir da ausgedacht habe. Weiß auch nicht, warum.«
Er schwieg. Er beobachtete, wie sie die Fleischstücke in das zischende Feuerbecken tauchte. Die Sonne war untergegangen. Langsam, ganz langsam kroch die Nacht heran und erfüllte den Raum, verschluckte die Pfeiler und die beiden Gestalten, wie dunkler Wein, der sich über sie ergoß. Nur der Schimmer der Silberlava erhellte ihre Gesichter.
Wieder begann sie das seltsame Lied zu summen.
Er sprang verärgert auf und verließ den Raum.
Später beendete er schweigend sein Abendessen. Als er dann aufgestanden war, reckte er sich, sah sie an und schlug gähnend vor. »Fliegen wir doch mit den Flammenvögeln in die Stadt und sehen uns ein Stück an!«
»Das ist doch nicht dein Ernst«, sagte sie.
»Was ist denn so seltsam an meinem Vorschlag?«
»Wir sind seit sechs Monaten nicht mehr aus dem Haus gewesen!«
»Deshalb halte ich es für einen guten Gedanken.«
