
Ihr Mann beugte sich über sie. Er schien schon stundenlang vor ihr gestanden und sie beobachtet zu haben. Sie wußte nicht, warum, aber sie konnte ihm nicht ins Gesicht sehen.
»Du hast wieder geträumt!« sagte er streng. »Du hast im Schlaf gesprochen, so daß ich nicht schlafen konnte. Du solltest zum Arzt gehen!«
»Mir fehlt nichts.«
»Du hast im Schlaf eine ganze Menge geredet!« »Wirklich?« Sie machte Anstalten, aufzustehen.
Die Morgendämmerung lag kühl im Zimmer. Leise Trauer erfüllte sie.
»Was hast du geträumt?«
Es wollte ihr nicht sofort einfallen, und sie mußte einen Augenblick überlegen. »Das Schiff. Es ist wieder vom Himmel herabgekommen und gelandet, und der große Mann trat heraus und unterhielt sich mit mir, erzählte mir lustige Dinge und lachte. Es war sehr nett.«
Herr K berührte eine Säule. Dampfendes heißes Wasser sprudelte hervor, verdrängte die Kühle. Herr K machte ein undurchdringliches Gesicht.
»Und dann«, fuhr sie fort, »hat mir der seltsame Mann, der Nathaniel York hieß, gesagt, daß ich schön sei, und hat mich - geküßt.«
»Ach?« sagte ihr Mann und wandte erregt sein Gesicht ab.
»Es war doch nur ein Traum«, sagte sie belustigt.
»Deine dummen Träume interessieren mich nicht!«
»Du benimmst dich wie ein Kind.« Sie ließ sich zurücksinken auf die dünnen Reste des Nebels. Einen Augenblick später lachte sie leise. »Mir ist noch mehr von dem Traum eingefallen«, gestand sie.
