«Natürlich nicht.»

«In heißen Sommern verliert man zwangsläufig ein paar Haare, aber ich werde jetzt ein sehr gutes Haartonikum anwenden…»

«Précisément!»

«Und überhaupt – was geht Japp das an? Aber er war eben von jeher boshaft! Und humorlos! Von der Sorte, die lacht, wenn man einem Menschen den Stuhl wegzieht, auf den er sich eben setzen will.»

«Darüber würden viele Menschen lachen.»

«Dabei ist es so unsäglich dumm!»

«Vom Standpunkt desjenigen aus, der sich dann auf den Boden setzt – bestimmt.»

Ich versuchte, mich zu beherrschen. (Zugegeben: Ich bin in Bezug auf meine Haare sehr empfindlich.) «Jedenfalls tut es mir Leid, dass dieser anonyme Brief zu keinem Superfall geführt hat.»

«Ja, da scheine ich mich tatsächlich geirrt zu haben», meinte Poirot nachdenklich. «Ich hatte den Eindruck, dass mit diesem Brief irgendetwas nicht stimmte. Und jetzt stellt sich die Sache als blöder Scherz heraus. Ach ja! Ich werde alt und misstrauisch wie ein Kettenhund, der auch bellt, wenn gar nichts los ist.»

«Wenn wir also zusammenarbeiten sollen, dann müssen wir nach einem anderen ‹Crème-Verbrechen› Ausschau halten», sagte ich lachend.

«Sie haben diesen Ausdruck nicht vergessen? Nun, wenn Sie ein Verbrechen bestellen könnten wie ein Menü – was würden Sie auswählen?»

«Lassen Sie mich nachdenken. Raub? Falschmünzerei? Nein. Zu vegetarisch. Nein, es müsste ein Mord sein, blutiger Mord – mit pikanten Beilagen natürlich.»

«Natürlich.»

«Wer müsste das Opfer sein, Frau oder Mann…? Mann! Irgendein großes Tier – amerikanischer Millionär, Ministerpräsident, Pressemagnat. Schauplatz? Die gute alte Bibliothek, nicht wahr? Hat am meisten Atmosphäre. Und die Waffe, die müsste meines Erachtens ein merkwürdig geformter Dolch sein – oder ein stumpfes Instrument, vielleicht ein in Stein gehauenes Idol…»



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