
Poirot seufzte.
«Oder möglicherweise auch Gift», fuhr ich fort, «aber das sind sozusagen technische Morde. Oder ein Schuss, der durch die Nacht gellt… Und selbstverständlich müssen mindestens zwei schöne Mädchen eine Rolle spielen…»
«Mit kastanienbraunen Haaren», warf mein Freund ein.
«Und eines der jungen Mädchen würde zu Unrecht verdächtigt und sie hätte irgendeinen Streit mit ihrem Freund. Aber natürlich müssten noch andere Verdächtige vorkommen: eine ältere Frau, dunkel, gefährlicher Typ – und ein Freund oder Rivale des toten Mannes – ein schweigsamer Sekretär und ein herzlicher, offener Mann, und eine Reihe von entlassenen Dienstboten, Bruder, Haushälterin oder so etwas – und schließlich ein ziemlich blöder Detektiv, in der Art von Japp ungefähr und – das wäre so ziemlich alles.»
«So also stellen Sie sich ein außergewöhnliches Verbrechen vor?» Poirot sah mich traurig an. «Das ist ja eine Zusammenfassung von so ziemlich allen Kriminalromanen, die in den letzten Jahren geschrieben worden sind.»
«Nun, was würden denn Sie sich aussuchen?»
Poirot schloss die Augen und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Seine Stimme klang wie das behagliche Schnurren einer Katze.
«Ein ganz einfaches Verbrechen. Eines ohne Komplikationen. Ein Verbrechen im Familienkreise sozusagen… leidenschaftslos… intim.»
«Intim? Ein Verbrechen – intim?»
«Stellen Sie sich vor», murmelte Poirot, «dass sich vier Menschen an einen Tisch setzen, um Bridge zu spielen, und dass sich ein fünfter ruhig beim Kaminfeuer niederlässt. Am Ende des Abends ist dieser fünfte Mann tot. Einer der vier Spieler ist, während er Strohmann war, hingegangen und hat ihn ermordet, und die drei anderen, ins Spiel versunken, haben nichts davon bemerkt. Das, mein Lieber, wäre ein Verbrechen für Sie! Wer von den vier Bridgespielern ist der Verbrecher?»
«Nun», maulte ich, «überaus spannend kommt mir das nicht vor.»
