
«Herzchen, hier ist kein Mensch, du kannst da drüben machen.» Sie deutete auf die Muschelgrenze. «Schütteln nicht vergessen.» Er wurde knallrot und murmelte: «Ja, Ma'am.» «Ich komm nachgucken», zog ich ihn auf.
Mutter legte mir ihre Hand auf die Schulter. «Nickel, das ist gemein.» «Mutter, ich hab schon Regenwürmer gesehen, die waren größer als das da.» «Wann hast du Leroys Schniepel gesehen?» Tante Louises Augenbrauen schnellten hoch bis fast zu ihrem spitzen Haaransatz.
«Immerzu. Er muss dauernd aufs Klo.» Ich tat es achselzuckend ab, weil mir die Sache nicht der Rede wert erschien.
Mutter dachte eine Weile nach, dann riet sie mir geduldig: «Mach dich nicht lustig über ihn. Jungs, ah», sie überlegte noch ein bisschen, «Jungs sind sehr emp findlich, was ihren Schniepel angeht, auch wenn sie damit angeben.» Louise pflichtete ihr bei: «Sie sind sehr sensibel. Ich hoffe inständig, dass er dich nicht untersucht hat.» Sie betonte «untersucht».
«Tante Wheezie, er macht sich überhaupt nichts aus mir. Ich will ihn gar nicht sehen, aber wie gesagt, er geht eben dauernd aufs Klo. Ich weiß nicht, warum. Ich muss nicht so oft wie er.»
Sie hörten nicht auf mein Geplapper. Mutter machte den Kofferraum auf. «Ich trag den Korb, wenn du die große Kühltasche nimmst.» Louise griff sich den Korb; es war der, den Dad immer mitnahm, wenn er auf Fasanenjagd ging. Ohne zu klagen, hob Mutter ächzend die Kühltasche mit den Getränken aus dem Kofferraum. Sie wusste, dass Louise zu Rückenschmerzen neigte. «Mutter, Leroy sagt, sein Schniepel tut manchmal weh. Wie kommt das?» «Weil Blut reinschießt.»
Das hörte sich schrecklich an. «Muss er zum Doktor?» Die zwei Schwestern lachten, dann sagte Louise: «Nein.» «Ich seh kein Blut.»
«Nickel, lass uns das ein andermal besprechen», schlug Mutter vor, was so viel hieß wie Mund halten.
