
Die Besatzung bestand allein aus Brazil. Die Schiffe waren jetzt automatisiert, so daß er nur für den Fall eines Defekts da war. Nahrung für alle war vor dem Start zubereitet und in die automatische Küche eingegeben worden. Bei den Gelegenheiten, wenn jemand außerhalb seiner Kajüte oder mit dem Kapitän essen wollte, benützte man eine winzige Messe.
In Wahrheit betrachteten die Passagiere ihn mit größerer Verachtung, als er sie. In einem Zeitalter extremer Anpassung waren Männer wie Nathan Brazil die Außenseiter, die Einzelgänger, diejenigen, welche nicht dazupaßten. Rekrutiert meist von den Barbarenwelten der Grenzbereiche, konnten sie die Einsamkeit ertragen, die endlosen Wochen oft ohne menschliche Gesellschaft. Die meisten Psychologen bezeichneten sie als Soziopathen, Menschen, die sich der Gesellschaft entfremdet hatten.
Brazil mochte die Menschen durchaus, aber nicht die fabrikgefertigten. Er saß lieber hier in seinem Reich, die Sterne auf den großen dreidimensionalen Schirmen vor sich, und dachte darüber nach, warum die Gesellschaft sich ihm entfremdet hatte.
Er war ein kleiner Mann, ungefähr 1,70 m groß, schmächtig und dünn. Er hatte eine dunkle Haut. Zwei funkelnde, braune Augen flankierten eine auffallende Römernase über einem Mund, der sehr breit, dehnbar und voller Zähne war. Sein schwarzes Haar hing lang auf die Schultern herab, war aber strähnig und fett und nicht sauber. Er hatte einen dünnen Schnurrbart und einen noch dünneren Vollbart, der aussah, als habe jemand versucht, eine dichte Haarbürste wachsen zu lassen, aber ohne Erfolg. Er trug einen weiten, grellbunten Kittel, eine dazu passende Hose und Sandalen von widerwärtigem Grün.
Die Passagiere hatten, wie er wußte, eine Heidenangst vor ihm, und das gefiel ihm. Leider würden sie noch fast dreißig Tage unterwegs sein, und Langeweile und Beengung würden sie früher oder später dazu treiben, daß sie sich irgendwo einmischten und auf seinem Schoß landeten.
