Kabine 6 — Hains Kabine — war leer, aber der Gesuchte befand sich in Wu Julees Kabine 7. Ein weniger erfahrener, weniger abgestumpfter Mann wäre von der Szene abgestoßen gewesen.

Hain stand an der geschlossenen und verriegelten Tür und war völlig nackt. Wu Julee, einen Ausdruck des Entsetzens im Gesicht, war ebenfalls nackt.

Brazil drehte den Ton auf.

»Komm, Julee«, befahl Hain. Es stand nicht im Zweifel, was er erwartete.

Das Mädchen zuckte angstvoll zurück.

»Bitte! Bitte, Meister!«flehte sie mit all der hysterischen Leidenschaft, die sie vor anderen Augen verbarg.

»Wenn du es getan hast, Julee«, sagte Hain leise. »Erst dann.«

Sie tat, was er verlangte.

Weniger erfahrene und weniger abgestumpfte Männer wären von dem Anblick abgestoßen worden, gewiß.

Brazil begann, sich zu erregen.

Als sie fertig war, flehte Wu Julee den dicken Mann erneut an, ihn ihr zu geben. Brazil wartete aufmerksam, schon halb im klaren darüber, was das sein mußte. Er mußte nur sehen, wo es versteckt war und wie es geschützt wurde.

Hain versprach ihr, es zu bringen, und zog seine Toga wieder an. Er entriegelte die Tür und schaute sich im Korridor um, ging zu seiner eigenen Kabine und sperrte die Tür auf. Der unsichtbare Zeuge blickte auf Kabine 6.

Hain kam herein und zog unter dem Waschbecken einen kleinen, schmalen Aktenkoffer heraus. Er verfügte über den wirksamsten Sicherheitsverschluß, stellte Brazil fest — fünf kleine Quadrate, darauf programmiert, fünf von Hains zehn Fingerabdrücken in einer gewissen Reihenfolge aufzunehmen. Hains Körper verdeckte die Kombination, aber das spielte ohnehin keine Rolle — ohne Hains Berührung würde das ganze Innere sich in einem Säurebad sofort auflösen.



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