Ließ man den Stoff fort, begann der Verfallsprozeß von neuem. Wissenschaftler hatten jedoch Proben von dem mutierten Stamm und des lebenden Schwammes mitgenommen, um sie in ihren Labors auf fernen Welten zu studieren. Man hatte angenommen, alles sei danach vernichtet worden — aber offenbar war dem nicht so. Übelste Elemente hatten sich etwas davon verschafft und entwickelten es im unbekannten Raum in ihren eigenen Labors.

Die perfekte Ware.

Wenn man den Stoff Leuten insgeheim ins Essen tat, steckte man sie an. Wenn dann die ersten Symptome auftauchten und die ganze Umgebung vor Rätsel stellten, erschien der Händler auf dem Plan. Er linderte die Schmerzen und führte den Normalzustand herbei, indem er einem ein bißchen Schwamm gab — wie Hain in eben diesem Augenblick Wu Julee eine Dosis verabreichte.

Die Konföderation half einem nicht. Sie behielt eine Schwammkolonie auf der gesperrten Welt für die Betroffenen bei, wo man ein normales, wenn auch sehr primitives Dasein führen und jede Nacht ein Schwammbad nehmen konnte. Das heißt, wenn man das Opfer noch hinzuschaffen vermochte, bevor die Krankheit zu weit fortgeschritten war und es sich nicht mehr lohnte.

Die Schwamm-Händler suchten sich nur die Reichsten und Mächtigsten aus — oder ihre Kinder, wenn ihre Welt Familien kannte. Für den täglichen Schwammbedarf wurde nichts verlangt, o nein. Man tat nur, was sie verlangten, wenn sie etwas verlangten.

Es herrschte sogar der Verdacht, so viele Machthaber der Konföderation seien dem Stoff verfallen, daß das der Grund sei, weshalb man nie ernsthaft nach einem Gegen- oder Heilmittel gesucht hatte.

Denn Macht war das überragende Ziel der Schwamm-Händler.

Nathan Brazil fragte sich, wer Wu Julee war. Die Tochter eines hohen Machthabers oder Bankiers oder Industriellen? Vielleicht das Kind des Exekutivleiters der Konföderation? Sie war wohl eher eine Versuchsperson, dachte er. Es lohnte nicht, sich bloßzustellen.



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