
Zwanzig Jahre. Er konnte sich an den ersten Augenblick erinnern und an die ersten Worte, die er jemals gehört hatte: „Willkommen, Alvin. Ich bin Eriston, dein ausgewählter Vater. Das ist Etania, deine Mutter.“ Die Worte hatten ihm damals nichts bedeutet, aber sein Verstand zeichnete sie mit fehlerloser Genauigkeit auf. Er erinnerte sich daran, wie er an seinem Körper heruntergesehen hatte; er war jetzt ein paar Zentimeter größer, hatte sich aber seit dem Augenblick seiner Geburt kaum verändert. Er war fast völlig erwachsen auf die Welt gekommen und würde sich wenig geändert haben, wenn es in tausend Jahren Zeit war, sie wieder zu verlassen.
Vor dieser ersten Erinnerung lag nichts. Eines Tages vielleicht würde dieses Nichts wiederkehren, aber diese Vorstellung war zu entlegen, um seine Gefühle in irgendeiner Weise berühren zu können.
Er wandte seine Gedanken wieder dem Geheimnis seiner Geburt zu. Es schien ihm nicht seltsam, daß er in einem einzigen Augenblick von den Mächten und Kräften geschaffen worden war, die alle anderen Dinge seines Alltagslebens erzeugten. Nein, das war nicht das Geheimnis. Das Rätsel, das er nie zu lösen vermochte und das ihm nie jemand erklären würde, war seine Einzigartigkeit.
Einzigartig. Es war ein seltsames, trauriges Wort — seltsamer und trauriger, so zu sein. Wenn es auf ihn angewendet wurde — er hatte es oft gehört, wenn ihn niemand in der Nähe glaubte —, schienen unheimliche Untertöne mitzuschwingen, die mehr als nur seine persönliche Glückseligkeit bedrohten.
Seine Eltern, sein Lehrer — jeder, den er kannte — hatten versucht, ihn vor der Wahrheit zu beschützen, als seien sie ängstlich bemüht, die Unschuld seiner langen Kindheit zu bewahren. Dieser Vorwand mußte bald entfallen; in wenigen Tagen würde er ein vollberechtigter Bürger Diaspars sein, und man würde ihm nichts vorenthalten können, was er zu wissen begehrte.
