Als sich die Prinzen wieder ausgesöhnt hatten, wunderten sie sich, daß ihnen nicht schon früher die beste Lösung eingefallen war, nämlich die Reihenfolge nach dem Alter der Brüder festzulegen.

Sie beschlossen, einen gemeinsamen Palast zu bauen, in dem ein jeder seinen Teil haben sollte. Architekten und Maurer errichteten auf dem Stadtplatz ein riesiges Gebäude mit sieben Türmen und sieben getrennten Eingängen zu den Gemächern jedes Königs.

Die ältesten Einwohner der Höhle hatten den Regenbogen, der am Himmel ihrer verlorenen Heimat strahlte, noch gut in Erinnerung. Sie beschlossen, ihn auf den Wänden des Palastes für ihre Nachfahren zu erhalten, und strichen die sieben Türme in den sieben Farben des Regenbogens. Kunstfertige Maler verliehen den Farben eine wunderbare Reinheit, und sie strahlten so schön wie die eines richtigen Regenbogens.

Jeder König machte die Farbe des Turmes, in dem er sich niederließ, zu seiner Leibfarbe. Im grünen Teil des Palastes zum Beispiel war alles grün: die Gemächer, das Festkleid des Königs, die Kleider der Hofleute, die Livreen der Diener, die Möbel. Im violetten Teil war alles violett… Welche Farbe welchem König zufallen solle, wurde durch das Los entschieden.

In der unterirdischen Welt gab es keinen Wechsel von Tag und Nacht, deshalb wurde die Zeit mit Sanduhren gemessen. Die Könige beschlossen, daß besondere Würdenträger, Hüter der Zeit, auf den rechtzeitigen Wechsel der Regierung achten sollten.



Das Vermächtnis König Bofaros hatte aber schlimme Folgen. Es fing damit an, daß jeder König die anderen feindseliger Absichten verdächtigte und sich eine eigene Wache zulegte, die auf Drachen ritt. Außerdem hielt jeder König Aufseher, die die Arbeit auf den Feldern und in den Fabriken überwachten. Für den Unterhalt der Soldaten, der Aufseher, der Hofleute und der Diener mußte das Volk aufkommen.



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