
Im allerersten Moment wusste er allerdings überhaupt nicht, wo er sich befand. Hinter seiner Stirn jagten sich die Gedanken, ohne irgendeinen Sinn zu ergeben. Bilder, Namen, Erinnerungen und Eindrücke purzelten wild durcheinander und alles schien sich immer schneller und schneller im Kreis zu drehen, bis ihm fast schwindelig davon wurde.
»Singh«, murmelte er. »Wo ist Singh? Und Serena?«
»Singh? Serena? Was redest du da für einen Unsinn, Bursche?« Der Aufseher versetzte ihm einen derben Stoß in die Rippen und wandte sich in verändertem Ton an jemanden, den Mike nicht sehen konnte: »Seht Ihr, Herr – wie ich es Euch gesagt habe! Er redet wirres Zeug. Anscheinend hat die schwere Arbeit in der Korallengrube seinen Geist verwirrt. Ich sage ja immer, dass man keine Kinder hierher schicken soll! Das hier ist Arbeit für Männer!«
»Damit hast du wahrscheinlich sogar Recht«, sagte eine Stimme irgendwo im Halbdunkel hinter ihm. Dann trat eine sehr große, breitschultrige Gestalt neben ihn.
Mike erschrak bis ins Mark, als er die Kleidung des Mannes erblickte. Der Fremde trug kniehohe Stiefel, einen mit Metall verstärkten Lederrock und einen kupfernen Brustharnisch und an seiner Seite hing ein fast armlanges Schwert. Der wuchtige Helm, der eigentlich zu seiner Uniform gehörte, fehlte zwar, aber Mike wusste natürlich trotzdem, dass er einem Krieger gegenüberstand. Sofort bekam er es mit der Angst zu tun.
Mitglieder der Kriegerkaste gaben sich nie mit dem einfachen Volk ab und taten sie es doch, so bedeutetedas fast immer Ärger; und nur zu oft den Tod.
