
»Trotzdem will ich hören, was er zu sagen hat«, fuhr der Krieger fort, nachdem er eine Zeit lang nachdenklich auf Mike herabgeblickt hatte. »Mach seine Fesseln los.«
»Aber Herr!«, protestierte der Wächter. »Davon rate ich Euch dringend ab! Der Bursche ist nicht ganz klar im Kopf! Er behauptet, mit diesem pelzigen Ungeheuer gesprochen zu haben, und jetzt redet er mit Menschen, die gar nicht da sind und von denen noch nie jemand gehört hat! Singh und Trautman! Was das schon für Namen sind!«
»Das sind die Namen meiner ...«, begann Mike, sprach aber nicht weiter.
»Ja?«, fragte der Krieger, als Mike auch nach einer ganzen Weile keine Anstalten machte weiterzureden.
»Ich ... ich weiß es nicht, Herr«, murmelte Mike. Ein eisiger Schauer lief über seinen Rücken. Seine Worte entsprachen der Wahrheit. Gerade noch hatte er gewusst, zu wem diese Namen gehörten, und plötzlich war es, als wäre ein gewaltiger unsichtbarer Rechen durch seinen Kopf gefahren und hätte alles weggewischt. Er erinnerte sich noch immer an jede Kleinigkeit seines bizarren Traumes, aber diese Erinnerungenbedeutetenihm nichts mehr. Es war ein unheimliches, Angst machendes Gefühl.
»Wie ich es sage, Herr«, sagte der Aufseher. »Der Bursche ist verrückt! Ihr verschwendet Eure Zeit mit ihm.«
»So, wie er aussieht, habt Ihr ihn wohl eher ein bisschen zu hart geschlagen«, sagte der Krieger zornig. »Muss ich Euch wirklich noch einmal auffordern, ihn loszuketten?«
Für einen Moment blitzte es trotzig in den Augen des Wächters auf, aber dann senkte er voll Furcht den Blick. »Ja, Herr«, sagte er demütig. »Sofort.«
Während sich der Aufseher neben Mike auf die Knie niederließ, um seine Ketten zu öffnen, wandte sich der Krieger wieder an Mike. Er lächelte beruhigend.
»Sprich ruhig offen, Junge«, sagte er. »Niemand wird dir etwas tun, das verspreche ich dir.«
