Sie waren nicht mehr in Gefahr; die Krabben waren zwar schnell, aber nicht sehr ausdauernd; die Tiere hatten sie einige Schritte weit verfolgt und dann aufgegeben, wahrscheinlich, um sich ihren viel bequemer erreichbaren Opfern weiter vorne im Stollen zuzuwenden. Seither war ihnen kein lebendes Wesen mehr begegnet. Trotzdem hämmerte Mikes Herz noch immer zum Zerreißen und er war nach wie vor von einem kalten, lähmenden Entsetzen erfüllt. Nur dass es jetzt einen vollkommen anderen Grund hatte.

»Du hast sie einfach umgebracht!«, sagte er noch einmal, als Sarn nicht antwortete. »Vier Menschen!«

»Vier Männer der Palastgarde«, antwortete Sarn hart.

»Jeder von ihnen hat mindestens ein Dutzend Menschenleben auf dem Gewissen.« »Das ist doch kein Grund, sie einfach umzubringen!«, empörte sich Mike in scharfem Ton.

Für einen Moment verfinsterte sich Sarns Gesicht vor Zorn und Mike konnte sehen, wie sich die Muskeln in seinen Schultern und Oberarmen spannten; als würde er zum Schlag ausholen. Dann aber seufzte er nur tief und schüttelte den Kopf. »Hätte ich noch einen Beweis gebraucht, dass du einer von denen bist, nach denen wir suchen, dann hätte ich ihn jetzt«, sagte er. »Niemand würde es wagen, so mit einem Krieger zu sprechen.«

Mike erschrak bis ins Mark. Für einen Moment hatte er einfach vergessen, wem er gegenüberstand. Und für einen weiteren Moment war er ganz sicher, dass Sarn ihn jetzt augenblicklich töten würde.

Sarn tat jedoch nichts dergleichen. Er wurde nicht einmal wütend, sondern sagte im Gegenteil in fast versöhnlichem Ton: »Ich hätte sie nicht retten können, glaub mir. Sie waren im selben Moment verloren, in dem sie die Höhle betraten. Die Fangkrebse hätten sie auf jeden Fall getötet. Sie vernichten alles, was ihnen in den Weg kommt.«



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