»Uns haben sie auch verschont«, widersprach Mike.

Sarn fuhr sich mit den Fingern über das Gesicht und hielt sie Mike entgegen. »Wir hatten die Salbe«, sagte er. »Sie verdeckt unseren Körpergeruch. Und wenn man sich langsam und vorsichtig bewegt, übersehen sie einen manchmal. Aber nur manchmal. Ich war nicht sicher, ob wir es schaffen.«

»Wovon leben diese Tiere?«, fragte Mike. »Es müssen Tausende sein!«

»Sie gehen auf die Jagd«, antwortete Sarn. »Diese Höhlen hier sind ihr Jagdrevier. Deshalb können wir auch nicht lange bleiben. Wenn sie ausschwärmen, dann ist nichts vor ihnen sicher ... Aber keine Angst.

Im Moment sind sie satt. Wir haben also ein wenig Zeit.«

Mike fand die letzte Bemerkung ziemlich geschmacklos. Deshalb ging er auch nicht weiter darauf ein, sondern fragte: »Wohin bringst du mich?«

»An einen geheimen Ort«, antwortete Sarn. »Die Führer des Widerstands wollen dich sehen. Ich und andere haben seit Wochen nach dir gesucht.« Er stand auf. »Und nun komm weiter. Die Fangkrebse sind nicht die einzige Gefahr, die in diesen Höhlen lauert.«

Sie marschierten weiter. Der Weg erwies sich tatsächlich als gefährlich, obgleich ihnen nicht ein einziges lebendes Wesen

begegnete, geschweige denn ein Raubtier. Doch was als kaum

sichtbarer Spalt im Fels begonnen hatte, das erwies sich mehr und mehr als gewaltiges unterirdisches Labyrinth, in dem sich Mike alleine schon nach wenigen Minuten hoffnungslos verirrt hätte. Es war ihm ein Rätsel, wie Sarn hier die Orientierung behielt.

Doch selbst mit einem ortskundigen Führer grenzte es an ein Wunder, dass sie den Weg zur Oberfläche hinauf schafften. Mehr als einmal mussten sie sich durch Spalten und Felsritzen quetschen, die kaum groß genug schienen, einen Arm hindurchzustrecken, und ein paar Mal führte der Weg durch gewaltige Hohlräume oder vorbei an Abgründen, die eine Meile oder mehr in die Tiefe führen mussten.



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