Als sie endlich wieder Tageslicht vor sich erblickten, hatte Mike kaum noch die Kraft, sich auf den Füßen zu halten. Sarn musste ihn auf den letzten Metern beinahe tragen.

Nach endlosen Stunden, die sie sich nur im blassen Schein der Leuchtalgen bewegt hatten, blendete ihn das im Grunde nicht einmal sehr intensive Licht der Himmelskuppel Lemuras fast. Er konnte nicht viel erkennen. Rings um sie herum war immer noch Wald, aber sie mussten sich wohl auf der oberen Ebene Lemuras aufhalten, denn weit hinter der grünen Mauer des Dschungels konnte er die schimmernden Türme des Königspalastes erkennen.

»Können wir jetzt ... ausruhen?«, murmelte er, während er mit hängenden Schultern an Sarn vorbeischlurfte.

»Sicher«, sagte Sarn. »Wir sind jetzt –warte!«

Das letzte Wort hatte er in einem erschrockenen Flüstern hervorgestoßen. Gleichzeitig fuhr er herum, duckte sich halb und griff nach seinem Schwert.

»Was ist?«, fragte Mike alarmiert.

Sarn hob warnend die linke Hand und zog mit der anderen sein Schwert. »Still!«, sagte er. »Hörst du nichts?«

Mike lauschte, konnte aber keinen Laut vernehmen. »Jemand kommt«, sagte Sarn. »Zwei oder drei Mann. Schnell!«

Er stürmte los und gab Mike ein Zeichen ihm zu folgen, aber er kam nur wenige Schritte weit. Plötzlich teilte sich das Unterholz vor ihm und ein Mann in der Kleidung eines Kriegers trat hervor. Einen Moment später raschelte es erneut und ein zweiter und dann ein dritter Mann traten aus dem Wald. Alle waren mit Schwertern und großen, runden Schilden bewaffnet.

Sarn schrie wütend auf, riss seine Klinge in die Höhe und attackierte den vor ihm stehenden Mann. Aber die stundenlange Flucht durch die Höhlen hatte ihren Preis gefordert: Der Mann musste sich nicht einmal anstrengen, um Sarns Hieb auszuweichen. Sarn stolperte an ihm vorbei und fiel auf die Knie. Der Krieger schlug ihm die flache Seite der Klinge in den Nacken. Sarn stürzte, ließ seine Waffe fallen und rollte schwerfällig auf den Rücken.



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