Mike wurde erneut grob vorwärts gestoßen. Nachdem sich das Dröhnen in seinem Kopf ein wenig gelegt hatte, begriff er, dass er wohl eine geraume Zeit mehr schlafend als wach hinter den Männern hergeschlurft sein musste, denn ihre Umgebung hatte sich stark verändert. Statt durch dichten Wald marschierten sie nun einen gewundenen, sanft ansteigenden Weg entlang, zu dessen Seiten sich große, offensichtlich gerade abgeerntete Felder erstreckten. Hier und da erhoben sich kleine, aus Fels und Korallenbruch erbaute Hütten und ungefähr eine halbe Meile vor ihnen endete der Pfad vor einer gut zehn Meter hohen, bunt bemalten Wand; der Stadtmauer Lemuras, der Hauptstadt und gleichzeitig aber aucheinzigen Stadt des unterirdischen Reiches. Über der Mauerkrone konnte Mike die Dächer der Häuser erkennen und weit darüber wiederum die Türme der schimmernden Burg, in denen Argos und die herrschende Kaste lebten. Er hatte kein sehr gutes Gefühl. Seine Erinnerungen waren noch immer blockiert, aber allein beim Klang des Namens Argos lief ihm ein kalter Schauer über den Rücken. Und er empfand ein starkes Gefühl von Enttäuschung.

Sie passierten das Stadttor, ohne aufgehalten zu werden. Der Hauptmann hob nur kurz die Hand und winkte einer der beiden Wachen am Tor zu und sie durften passieren.

Offensichtlich waren sie erwartet worden.

Mike sah sich neugierig um, als sie die Stadt betraten. Lemura war nicht besonders groß, aber dafür umso einzigartiger. Die Häuser waren nach den Regeln einer fremdartigen Architektur erbaut und die Straßen waren schmal. Viele Türen waren mit kostbaren Schnitzereien verziert und hier und da sah er auch abblätterndes Gold oder gar Edelsteine, die in die Reliefarbeiten eingelassen waren.



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