Aber er sah auch eine Menge Beschädigungen, geborstene Türen, gesplitterte Fensterscheiben und eingesunkene Dächer, die nie repariert worden waren. Lemurajedenfalls der Teil, durch den sie gingen – machte den Eindruck von verblichener Pracht, und die Menschen, die ihnen entgegenkamen, passten dazu. Die meisten waren ärmlich gekleidet und wirkten ausgezehrt und krank und sie bewegten sich mit gesenkten Köpfen und kleinen, schleppenden Schritten, als trügen sie eine unsichtbare Last mit sich herum. Mike hatte das Gefühl sich durch eine Stadt voller Sklaven zu bewegen. Der Anblick der schimmernden, perlmuttbesetzten Türme über ihren Dächern wirkte wie der pure Hohn.

»Sieh dich ruhig um«, sagte Sarn, dem seine Blicke nicht entgangen waren. »So leben die Menschen in Lemura, damit die Herrscher ein möglichst angenehmes Leben führen können!«

Mike antwortete nicht, aber der Kommandant sagte: »Ich an deiner Stelle würde mir überlegen, was ich rede. Argos wird von solchen Sprüchen nicht begeistert sein.«

»Und?«, fragte Sarn. »Ihr tötet mich doch sowieso!«

»Das ist wahr«, antwortete der Kommandant. »Die Frage ist nur, ob schnell oder möglichst langsam und qualvoll. Also schweig jetzt lieber.«

Sarn lachte, folgte dem Rat seines ehemaligen Vorgesetzten aber trotzdem und schwieg, während sie weiter durch die schmalen Straßen in Richtung Schloss gingen.

Sie überquerten eine Art Marktplatz, der den Eindruck noch untermauerte, den Mike von dieser Stadt auf dem Meeresgrund hatte: Die wenigen Buden waren ärmlich und heruntergekommen und die feilgebotenen Waren luden nicht zum Kauf ein: verschlissene Stoffe, rostiges Metall und größtenteils fremdartiges Gemüse und Obst, das nicht besonders appetitlich aussah.



49 из 166