
Er drehte sich wieder zu Serena herum und machte eine fast herrische Geste, als alle anderen sie auf einmal mit Fragen zu bestürmen begannen. »Lasst sie in Ruhe«, sagte er. »Sie wird uns schon erzählen, was sie weiß, wenn sie es möchte.«
Serena schüttelte den Kopf. »Nein«, sagte sie. »Sie haben ein Recht es zu erfahren.«
»Was zu erfahren?«, fragte Ben.
»Das da draußen –« Serena deutete mit einer erschöpft wirkenden Kopfbewegung zum Fenster. »– ist Lemura. Ich habe davon gehört, aber ich ... ich dachte, es wäre eine Legende. Nur ein Märchen, um kleine Kinder zu erschrecken.«
»Offensichtlich nicht«, sagte Ben.
Mike warf ihm einen ärgerlichen Blick zu, den Ben mit einem herausfordernden Grinsen quittierte, und Serena fuhr nach einem kurzen Moment und in verändertem Tonfallfort:
»Ich hätte es wissen müssen. Wieso ist es mir nicht gleich aufgefallen? Alles ist so klar. So deutlich!«
»Was?«
»Die Wächter«, murmelte Serena. »Die Haie und ... ihre Herren. Ich habe davon gehört, aber ich ... ich habe mich einfach nicht daran erinnert!«
»Warum auch?«, sagte Mike, in dem vergeblichen Bemühen, sie zu trösten. »Es war schließlich nur ein Märchen.«
»Aber alles war so deutlich!«, beharrte Serena. »Es heißt in der Legende, dass Lemura von einer Armee von Haifischen bewacht wird, den gefährlichsten Räubern der Meere. Und von Wesen, die eigens geschaffen wurden, um sie zu lenken.«
»Geschaffen?«, fragte Juan zweifelnd. »Soll das heißen, dein Volk war in der Lage, Lebewesen zu erschaffen?«
»Das spielt jetzt keine Rolle.« Trautman brachte ihn mit einer Geste zum Verstummen. »Was ist dieses Lemura, Serena?« »Der Stolz ihres Volkes«, sagte Tarras vom Steuerpult her. Offensichtlich war er doch nicht ganz so konzentriert auf seine Arbeit, wie er behauptete hatte, denn er schien jedes Wort gehört zu haben. »Und der ganz besondere Stolz ihres Vaters. Er hat es erbauen lassen. Ist es nicht witzig, dass uns ausgerechnet seine einzige Tochter den Schlüssel zu seinen Toren geliefert hat?«
