
«Schön. Schneit es wieder?»
Er ging zum Clubhausfenster hinüber. «Ja. Jeden Moment wird der Nikolaus erscheinen.»
«Wetten, daß es heiß ist zu Hause.»
«Wir rufen morgen mal an.»
Miguel zog seinen Parka über. «Weißt du, es ist schon übel. Telefone verbinden alle auf der Welt miteinander. Technologisch ist es eine Welt, aber niemand kann mit irgendwem auskommen. Ich bin immer noch nicht über die Tatsache hinweg, daß wir mit England Krieg geführt haben.»
Carmen zog die Nase kraus. Sie haßte Politik. Noch mehr haßte sie Krieg. Für sie lag kein Körnchen Sinn darin, obwohl sie sehr patriotisch war. Wenn es nach ihr ginge, gehörten die Falkland-Inseln zu Argentinien, aber Krieg? Warum griffen die Chefs der streitenden Länder sich nicht einen Tennisschläger und regelten die Sache auf dem Platz? Oder sie könnten Golf spielen, wenn sie für Tennis zu alt waren. Dann gäbe es kein Gezanke.
Die restlichen zwei Tage, bevor sie nach Washington und zu den Tomahawk-Meisterschaften aufbrachen, trainierte Carmen doppelt so lange. Miguel, der in neuer Sportkluft einherstolzierte, begleitete sie morgens und manchmal nachmittags.
Fluchend über das Bügelbrett gebeugt, attackierte Harriet die nächste widerspenstige Kellerfalte. Sie hatte nichts gegen das Bügeln, aber das Bügeln hatte heute etwas gegen sie. Sie plättete die Falten eher rein als raus. Als sie wieder mal das Dämpfgerät herunterwuchtete, hörte sie ein Auto in die Auffahrt rollen. Nur eine Tür krachte ins Schloß. Eine erhitzte Carmen tanzte durch die Küchentür.
«Joe nimmt Miguel mit nach Syracuse.» Joe war einer von Carmens Trainingspartnern.
«Wie nett.» Harriet entging der Sinn der Botschaft, da das Hemd ihre volle Aufmerksamkeit beanspruchte.
«Sie bleiben mindestens anderthalb Stunden weg. Vielleicht haben wir sogar zwei Stunden für uns allein.»
