«Hast duallein gesagt?»

«Hab ich.» Sie knallte ihre Schläger auf den Küchentisch.

«Es geschehen noch Zeichen und Wunder.»

«Hast du etwa vor, da stehenzubleiben und das Hemd zu bügeln?»

«Nein.» Harriet riß den Stecker aus der Wand. Die beiden jagten einander die Treppe hoch ins Schlafzimmer.

Das Liebemachen kam wegen Miguels ständiger Anwesen­heit ziemlich zu kurz. Wenn Miguel endlich schlief, waren Harriet und Carmen meistens hundemüde. Und außerdem war Harriet sowieso nie die größte Nachtdurchbumserin gewesen. Ihre echten Qualitäten zeigten sich eher am Nachmittag.

«Kommst du wohl ins Bett?» Harriet fror unter der Decke.

«Ich sollte erst mal duschen.»

«Reine Zeitverschwendung.»

«Ich bin vom Training durchgeschwitzt.»

«Ich werd's ertragen.» Harriet bekam den Bund ihrer Trai­ningshose zu fassen, und Carmen plumpste aufs Bett.

«Warte eine Minute. Laß mich aus dieser gottverdammten Hose steigen.»

«Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht...»

«Was treibst du da?»

«Die Sekunden zählen.» Harriet zog jetzt eine nackte Carmen unter die Decke. «Wärm mich. Betrachte es als Akt der Näch­stenliebe.»

Carmen küßte Harriets Hals, ihre Stirn und ihre Lippen. Da gab's was, das sie noch besser konnte als Tennis. Im Küssen war sie Weltmeisterin. Der Mund von Ganimedes, Mundschenk des Zeus, konnte nicht schöner gewesen sein, so perfekt war die Form ihrer Lippen. Sie konnte stundenlang küssen. Heute war allerdings keine Zeit für solchen Luxus. Ihr Körper glitt über Harriets kleine Gestalt und arbeitete sich nach unten vor.

«Verdeckte Operation», flüsterte Carmen.

Harriet lächelte und grub ihre Finger in Carmens seidiges schwarzes Haar.

Carmen küßte und leckte Harriets Möse. Plötzlich erstarrte sie. «Autsch!»

«Was ist los?» Harriet lüpfte die Decke und blickte in zwei glühende Augen am Ende des Bettes. «Baby Jesus, mach, daß du da rauskommst.»



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