Baby, Harriets achtzehnjährige Katze, vergrub sich unter der Decke, legte sich so flach auf die Seite, daß sie unter der Bett­decke nicht zu sehen war. Diese Störung ihres Schlummers kam ihr ungelegen. Wie der Biß in Carmens Ferse bewies.

«Komm, Beejee Weejee», lockte Carmen.

Dieses Süßholzraspeln stieß auf angewidertes Zähneflet­schen. Schlimm genug, daß Carmen ihren Fuß in Babys Gesicht hieb. Daß man ihr mit diesem Beejee Weejee-Geseire kam, verschlechterte die Laune der Alten noch mehr.

«Hörst du wohl auf deine Mutter», kommandierte Harriet. «Raus aus dem Bett.»

Verdächtige Stille folgte.

«Scheiße!» Carmen jaulte. «Sie hat mich in den anderen Fuß gebissen.»

«Das reicht.» Harriet warf die Decke zurück, packte das Tier und setzte es liebevoll in den fellbespannten Schlafkorb, der mit Katzenspielzeug, Kratzbaum und ausgestopftem Vogel ausge­stattet war. Baby saß kaum eine Minute lang in diesem Prunk und verließ dann erhaben das Schlafzimmer.

«Diese Katze bring ich eines Tages noch um.» Carmen rieb sich die Ferse.

«Sie hat ein künstlerisches Temperament.»

«Schaust du dir mal meinen Fuß an?»

Harriet entdeckte die kleinen Kerben von zwei Fangzähnen. Kein Blut war zu sehen, freilich hatte sich Baby auch nicht übermäßig angestrengt. «Hier, ich küsse drauf, und dann ist alles gut.»

«Ist schon besser. Könntest du etwas höher weitermachen?»

Harriet lachte und arbeitete sich an Carmens muskulösem Bein hoch.


Lavinia Sibley Archer, deren Brüste sich wie ein Schiffsdeck hoben und senkten, bahnte sich ihren Weg durch die Eröff­nungscocktailparty des Sponsors. Lavinia hatte Ende der vier­ziger Jahre Wimbledon gewonnen sowie im darauffolgenden Jahr das US Open. Nach ihrer illustren Karriere ließ sie sich mit einem totlangweiligen Mann häuslich nieder und fungierte als Hausfrau und Schrecken ihres Sportclubs. Wendell, ihr Ehe­mann, starb Mitte der Sechziger zu seinem eigenen Besten. Das genaue Datum war ihr entfallen, aber jedenfalls war er tot, daran bestand kein Zweifel.



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