
Jesmond sah ihn zweifelnd an, riß sich auf einmal zusammen und fragte:
»Darf ich annehmen, daß wir uns einig sind, Monsieur Poirot? Sie werden nach Kings Lacey kommen?«
»Welche Gründe sollte ich dort für einen Aufenthalt angeben?« fragte Poirot.
Jesmond lächelte zuversichtlich.
»Das ist meiner Meinung nach ein sehr einfaches Problem. Ich versichere Ihnen, man wird keinen Verdacht schöpfen. Die Laceys werden Ihnen gut gefallen. Es sind ganz reizende Menschen.«
»Sie haben mich nicht belogen? Es gibt wirklich eine Öl-zentralheizung?«
»Ja, bestimmt«, antwortete Jesmond, und seine Stimme klang erleichtert. »Sie werden jeglichen Komfort finden.«
»Tout confort moderne«, murmelte Poirot vor sich hin. »Eh bien, ich nehme den Auftrag an.«
2.
Der langgestreckte Salon in Kings Lacey war angenehm warm, die Temperatur betrug zwanzig Grad Celsius. Hercule Poirot saß an einem der großen Fenster und unterhielt sich mit Mrs. Lacey. Sie war mit einer Handarbeit beschäftigt. Während sie nähte, sprach sie leise und nachdenklich. Poirot war von ihrer Stimme entzückt.
»Ich hoffe, daß Sie sich über Weihnachten bei uns wohl fühlen, Monsieur Poirot. Sie werden hier meine Familie und einige Freunde kennenlernen: meine Enkelin, meinen Enkel und dessen Freund, Bridget - sie ist meine Großnichte - und Diana, eine Kusine von mir, ferner David Welwyn, einen alten Freund von uns. Es ist ein Familienfest. Aber Edwina Morecombe sagte mir, daß Sie sich gerade das wünschen: ein altmodisches Weihnachtsfest. Niemand könnte altmodischer sein als wir. Mein Mann lebt völlig in der Vergangenheit. Er wünscht, daß alles genauso bleibt wie früher, als er zwölf Jahre alt war und seine Ferien hier verbrachte.« Sie lächelte vor sich hin. »All die alten Dinge müssen da sein: der Weihnachtsbaum, die Strümpfe, die Austernsuppe und der Truthahn, pardon - zwei Truthähne, ein gekochter und ein gegrillter, und der Plumpudding mit dem Ring und dem Junggesellenknopf und all die anderen Sachen. Wir können heute kein Sixpencestück mehr verwenden, weil es nicht mehr aus reinem Silber ist. Aber die alten Desserts wird es geben, zum Beispiel Elvas-Pflaumen, Karlsbader Pflaumen, Mandeln, Rosinen, kandierte Früchte und Ingwer. Du liebe Güte, ich rede wie ein Katalog von Fortnum & Mason.«
