Dessard lächelte verständnisvoll und ging die Passagierliste nach dem Namen von Matt Ellis, einem schwarzen Fußballstar, durch. Als er ihn fand, nickte er befriedigt. Eine weitere interessante Tatsache war, dass benachbarte Kabinen für einen prominenten Senator und Carlina Rocca, eine südamerikanische Nackttänzerin, gebucht worden waren, deren Namen man kürzlich in der Presse miteinander in Verbindung gebracht hatte. Seine Augen wanderten die, Liste hinunter.

David Kenyon. Geld. Eine Unmenge Geld. Er war schon früher auf der Bretagne gefahren. Dessard erinnerte sich an David Kenyon, einen gutaussehenden, sonnengebräunten Mann mit hagerem, athletischem Körper. Eine ruhige, imposante Erscheinung. Dessard schrieb ein K. T. – für Kapitänstisch – hinter David Kenyons Namen.

Clifton Lawrence. Eine Buchung in letzter Minute. Der Oberzahlmeister runzelte leicht die Stirn. Das war ein heikles Problem. Was machte man mit Monsieur Lawrence? Es hatte eine Zeit gegeben, da die Frage überhaupt nicht aufgetaucht wäre. Er wäre automatisch an den Tisch des Kapitäns gesetzt worden, wo er alle Anwesenden mit seinen amüsanten Anekdoten unterhalten hätte. Clifton Lawrence war ein Theateragent, der einst viele bedeutende Stars im Showgeschäft vertreten hatte. Aber – Mr. Lawrences Tage waren vorüber. Er, der stets auf dem PrinzessinnenAppartement bestanden hatte, hatte für diese Reise eine Einzelkabine auf einem Unterdeck gebucht. Erster Klasse, gewiss, aber trotzdem… Claude beschloss, seine Entscheidung zurückzustellen, bis er die anderen Namen durchgegangen war.

Es gab noch einige zweitrangige Berühmtheiten an Bord, einen bekannten Opernsänger und einen russischen Romancier, der den Nobelpreis abgelehnt hatte.

Ein Klopfen an der Tür unterbrach Dessards Überlegungen. Antoine,einer der Kabinen-Stewards, trat ein.

»Ja – was ist?« fragte Claude Dessard.

Antoine sah ihn mit wässerigen Augen an. »Haben Sie angeordnet, den Kinosaal abzuschließen?«



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