
»Was drin?«, fragte er.
Sie nickte in Richtung der Leiche. Sigurður Óli schaute sie einen Augenblick an und begriff dann, worauf sie hinauswollte. Er zögerte etwas, kniete sich dann aber hin und beäugte das Kondom.
»Nein«, sagte er. »Nichts. Das Ding ist leer.«
»Die hat ihn dann umgebracht, bevor er seinen Orgasmus hatte«, sagte Elinborg. »Der Arzt glaubte …«
»Die?«, echote Sigurður Óli.
»Ja, liegt das nicht auf der Hand?«, sagte Elinborg und stopfte sich eine Hand voll Erdnüsse in den Mund. Sie hielt Sigurður Óli die Tüte hin, der aber dankend ablehnte. »Kommt dir das Ganze nicht irgendwie nuttig vor? Er ist hier mit einer Frau zusammen gewesen«, erklärte sie. »Oder?«
»Das ist die nahe liegendste Erklärung«, sagte Sigurður Óli und erhob sich.
»Du glaubst aber nicht daran?«, fragte Elinborg.
»Ich weiß es nicht. Ich habe keinen blassen Schimmer.«
Zwei
Die Kantine für die Angestellten hatte wenig mit dem prunkvollen Foyer und den elegant eingerichteten Zimmern des Hotels gemeinsam. Es gab keinen Weihnachtsschmuck, keine Weihnachtsmusik, nur ein paar schäbige Küchentische und Stühle, Linoleum auf dem Fußboden, das an einer Stelle gerissen war, und in einer Ecke befand sich eine kleine Kücheneinheit mit Schränken, Kaffeemaschine und Kühlschrank. Es sah so aus, als ob hier nie sauber gemacht würde. Die Tische, auf denen überall dreckige Tassen herumstanden, waren übersät mit Kaffeeflecken.
Die betagte Kaffeemaschine lief und rülpste Wasser in den Filter.
Einige Angestellte des Hotels standen im Halbkreis um das junge Mädchen herum, das die Leiche gefunden hatte und immer noch unter Schock stand. Sie hatte geweint und das schwarze Mascara war verlaufen. Sie schaute hoch, als Erlendur und der Hotelmanager hereinkamen.
