
Erlendur drückte seine feuchte Hand.
»Vielen Dank«, erklärte der Hotelmanager und blies vor lauter Besorgnis wie ein Wal. Er hatte das Hotel fast zwanzig Jahre lang geleitet, aber so etwas war ihm noch nie untergekommen.
»Und das mitten im Weihnachtsbetrieb«, stöhnte er. »Ich begreife nicht, wie so etwas passieren kann. Wie kann so etwas passieren?«, wiederholte er, und ihnen entging nicht, dass ihn die Situation völlig überforderte.
»Ist er unten oder oben?«, fragte Erlendur.
»Unten oder oben?«, schnaufte der fette Hotelmanager.
»Meinst du etwa, ob er zum Himmel gefahren ist?«
»Tja«, sagte Erlendur. »Das müssen wir wohl unbedingt in Erfahrung bringen.«
»Nehmen wir den Aufzug nach oben?«, fragte Sigurður Óli.
»Nein«, erwiderte der Hotelmanager, der sich auf den Arm genommen fühlte und Erlendur anstarrte. »Er ist hier unten im Keller. Hat da ein kleines Zimmer. Wir haben ihn nicht rauswerfen mögen. Und das ist dann der Dank dafür.«
»Warum wolltet ihr ihn denn rauswerfen?«, fragte Elinborg.
Der Hotelmanager sah sie an, ohne zu antworten.
Sie begaben sich langsam auf der Treppe neben dem Aufzug nach unten. Der Hotelmanager ging voran. Sogar treppabwärts waren die Stufen eine Anstrengung für ihn, und Erlendur überlegte, wie er da wohl wieder hochkommen würde.
Sie hatten sich damit einverstanden erklärt, möglichst rücksichtsvoll vorzugehen, nur Erlendur hatte nichts gesagt. Sie wollten wenigstens versuchen, so diskret wie möglich zu arbeiten. Drei Polizeiautos und ein Krankenwagen standen hinter dem Hotel. Polizei und Krankenwagenbesatzung waren zum Hintereingang hereingekommen. Der Amtsarzt war unterwegs. Er würde den Totenschein ausstellen und den Leichenwagen anfordern.
Sie gingen einen langen Gang entlang, Schritt für Schritt hinter dem schnaufenden Wal her.
